Politik : Exilpakistaner in London ermordet

London - In einem Vorort von London ist ein pakistanischer Exilpolitiker getötet worden. Der Mitbegründer der Partei Muttahida Qaumi Movement (MQM), Imran Farooq, wurde nach Angaben der Polizei am Donnerstagabend überfallen und niedergestochen. Er starb eine Stunde später an den Stich- und Kopfverletzungen.

Die MQM ist die viertgrößte Partei Pakistans. In Sindh regiert sie in einer Koalition mit der Volkspartei von Präsident Asif Ali Zardari. Sie vertritt die Interessen der Urdu sprechenden Muslime, die nach der Trennung von Indien ins heutige Pakistan übergesiedelt waren. Farooq war zeitweise ihr Generalsekretär. 1992 tauchte er nach einer blutigen Razzia des Militärs gegen Parteiaktivisten ab und beantragte sieben Jahre später in London politisches Asyl. Er gab an, alle schwerwiegenden Vorwürfe gegen ihn wie Folter oder Mord seien politisch motiviert. Obwohl er bei den MQM-Mitgliedern große Popularität genießt, spielte Farooq politisch nur eine untergeordnete Rolle.

Der pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani verurteilte die „Ermordung“ des 50-jährigen Vaters zweier Kinder. Aus Sorge vor Ausschreitungen wurde die Polizei in Farooqs Heimatstadt Karachi in Alarmbereitschaft versetzt. Händler ließen ihre Geschäfte geschlossen, der öffentliche Verkehr kam praktisch zum Erliegen. Angeblich setzten wütende Anhänger des ermordeten Politikers mehrere Fahrzeuge in Brand. AFP

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