Politik : Exodus aus Lager im Libanon

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Beirut - Aus dem umkämpften palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al Bared im Norden des Libanon sind bis zum Mittwoch nach inoffiziellen Schätzungen die Hälfte der rund 40 000 Bewohner geflüchtet. Sie nutzten eine seit Dienstagabend anhaltende Waffenruhe zur Massenflucht. Die libanesische Regierung versuchte unterdessen, gemäßigte Palästinenser-Organisationen zur Mithilfe im Kampf gegen die Milizionäre der radikalen Fatah-al-Islam-Gruppe zu gewinnen, die sich in dem Flüchtlingslager verschanzt haben.

Wie aus Regierungskreisen in Beirut verlautete, verhandelt die Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora inzwischen mit der Palästinenser-Fraktion Fatah darüber, ob 300 ihrer Kämpfer in das Flüchtlingslager geschickt werden sollen, um die Milizionäre der Fatah-al-Islam-Extremisten dort in die Enge zu treiben.

Palästinenser in Nahr al Bared berichteten, ihre Kinder hätten während der Kämpfe tagelang ohne Essen auskommen müssen. Zahlreiche Zivilisten seien getötet worden. Palästinenser, die das Lager verließen, erklärten, in Nahr al Bared seien Verwundete gestorben, weil keine Krankenwagen in das Lager hätten fahren können. dpa

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