• Experten: Homöopathie nicht mehr auf Rezept Auch schwer erkrankte Patienten sollen Naturarzneien selbst bezahlen

Politik : Experten: Homöopathie nicht mehr auf Rezept Auch schwer erkrankte Patienten sollen Naturarzneien selbst bezahlen

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(dpa). Gesetzlich Krankenversicherte sollen auch bei schwerer Erkrankung homöopathische und anthroposophische Medikamente aus eigener Tasche bezahlen. Dies schlägt das entscheidende Fachgremium der Selbstverwaltung von Kassen und Ärzten vor, berichten „Süddeutsche Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“ und „Badische Zeitung“ übereinstimmend. Bei den rezeptfreien Medikamenten habe das Gremium nur vier pflanzliche Mittel zur Verschreibung vorgeschlagen: Johanniskraut bei mittelschweren Depressionen, Mistelpräparate zur ergänzenden Krebsbehandlung, GingkoMittel gegen Altersverwirrtheit (Demenz) und Flohsamenpektine gegen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Vorgesehen sei zudem, dass der Arzt bei gravierenden Krankheiten rezeptfreie Mittel weiter zu Lasten der Kasse verordnen darf. Das gilt etwa für Aspirin bei Herzinfarktpatienten oder Iodid bei Schilddrüsenerkrankungen. Hintergrund ist die seit Jahresbeginn wirksame Gesundheitsreform. Danach bezahlen die Kassen keine rezeptfreien Medikamente mehr. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erhofft sich Einsparungen von rund einer Milliarde Euro im Jahr. Nach Informationen der SZ muss aber damit gerechnet werden, dass die Summe um bis zu 100 Millionen Euro geringer ausfällt, weil Schmidt Ausnahmen beantragen könnte.

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