Politik : Expertenteam untersucht Tod von Soldaten

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Berlin Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) geht nach wie vor davon aus, dass der Tod zweier Bundeswehrsoldaten im nordafghanischen Rustak Folge eines Unfalls und nicht eines Anschlags war. Struck sagte am Montag in Berlin, nach den bisherigen Erkenntnissen des deutschen Kommandeurs, der vom Lager Kundus aus vor Ort gefahren sei, müsse ein Unfall beim Verladen alter Munition angenommen werden. Am Samstag waren in Rustak drei Lastwagen mit eingesammelten Waffen und Munition detoniert. Ein Haupt- und ein Oberfeldwebel aus Niedersachsen sowie sechs afghanische Zivilisten wurden getötet, ein deutscher Soldat und ein Übersetzer schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Beide wurden mit Spezial-Sanitätsflugzeugen ausgeflogen und werden seit Montag im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz behandelt. Die Leichen der beiden getöteten Soldaten wurden zunächst nach Kabul überführt und sollen am Mittwoch in Köln eintreffen. Am Montagabend gedachten die Soldaten des Wiederaufbauteams im nordafghanischen Kundus, zu dem sie gehörten, der Getöteten bei einer Gedenkfeier.

Die Ursache der Detonation ist unklar. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan wies darauf hin, dass „zum Teil sehr alte Munition“ eingesammelt worden sei. Offenbar seien alle drei Fahrzeuge zeitgleich detoniert. Nach Darstellung deutscher Militärkreise waren die Bundeswehrsoldaten nicht direkt mit dem Verladen der Munition beschäftigt, sondern beaufsichtigten die Aktion lediglich. Es geht dabei um eine von der Zentralregierung in Kabul angeordnete Demilitarisierung ehemaliger Milizen. Gegen diese Aktion gibt es Widerstände im Land. Auch Struck betonte, die Lage im Norden des Landes könne nicht als ruhig und nicht als stabil bezeichnet werden. Die genaue Ursache der Explosion soll jetzt ein Vierer-Expertenteam der Bundeswehr untersuchen, das am Montag nach Afghanistan aufbrach.

Der Sicherheitschef der Provinz Tachar, Ghulam Hasrat, hält dagegen einen Anschlag für möglich. Der afghanischen Nachrichtenagentur Pajhwok sagte er: „Die Fahrzeuge könnten mit einer ferngezündeten Bombe in die Luft gesprengt worden sein. bib/dpa

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