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Explosion in Briefkasten des SPD-Politikers : Edathys Büro offenbar Ziel von Sprengstoffanschlag

In der Nacht auf Donnerstag explodierte sein Briefkasten: Auf das Büro des SPD-Politikers Sebastian Edathy ist offenbar ein Anschlag verübt worden. Der Politiker leitet den NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag.

Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy.
Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy.Foto: dpa

Auf das Büro des Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) ist offenbar ein Sprengstoffanschlag verübt worden. „Wir haben bisher überhaupt keine Hinweise darauf, dass die Tat einen aktuellen politischen Hintergrund haben könnte“, sagte der Sprecher der Polizei Stadthagen, Axel Bergmann. Weil dies aber nicht auszuschließen sei, habe der Staatsschutz die Suche nach dem Täter übernommen.

Edathy schrieb auf seiner Facebook-Seite, die Polizei gehe von einem Sprengsatz aus. Dies bestätigte der Polizeisprecher nicht. Noch sei völlig unklar, wodurch die Explosion ausgelöst wurde. Der Vorfall ereignete sich im Kreis Schaumburg, der in Niedersachsen als eine der Hochburgen der rechtsextremen Szene gilt. Auch der mutmaßlichen Terrorhelfer Holger G. lebte dort bis zu seiner Festnahme.

Der 43 Jahre alte SPD-Bundestagsabgeordnete Edathy leitet den Bundestagsuntersuchungsausschuss, der sich mit der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) beschäftigt. Der studierte Soziologe engagiert sich seit langem gegen Rechtsextremismus. Sein Vater stammt aus Indien.

Die Versäumnisse bei den Ermittlungen gegen die rechtsextremen Mörder und die Aktenvernichtung durch staatliche Behörden hätten Bestürzung und Fassungslosigkeit ausgelöst, sagte Edathy Mitte November. Es könne nun zu Recht erwartet werden, dass bei der Aufklärung der Vorgänge keine Fragen offen blieben. „Da stehen wir in einer großen Verantwortung“, betonte er. Die Explosion ereignete sich kurze Zeit, nachdem die Innenminister der Länder ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD auf den Weg gebracht hatten, das auch Edathy befürwortet. (dpa/AFP)

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