Extremismus : Bundesweit Randalierer festgenommen

Zu links- und rechtsextremen Übergriffen kam es am Osterwochenende in ganz Deutschland. Zahlreiche Randalierer wurden festgenommen.

BerlinZwei Rechtsradikale wurden vor einem Jugendclub in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) festgenommen, nachdem einer von ihnen einem Polizisten eine Bierflasche gegen den Kopf geschlagen hat. In Magdeburg (ebenfalls Sachsen-Anhalt) griff eine Gruppe Jugendlicher aus der linken Szene zwei mutmaßlich Rechtsradikale an und verletzte sie leicht. In der brandenburgischen Kleinstadt Baruth wurden an Häuserwänden Hakenkreuze und SS-Runen entdeckt. Die genaue Schadenshöhe der Schmierereien lässt sich noch nicht beziffern.

2000 Menschen protestierten am Samstag in Lüneburg weitgehend friedlich gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen. Kleine Gruppierungen Linker blockierten die Marschroute, die Veranstaltung wurde vorzeitig aufgelöst. Insgesamt wurden 190 Strafverfahren gestellt. Am Freitagabend hatten in Rostock junge Linksautonome einen rechten Szene-Laden beschädigt. Elf Personen wurden vorübergehend festgenommen, sind aber seit Samstag wieder auf freiem Fuß.

In Berlin hält die Serie von gewalttätigen Auseinandersetzungen Linksautonomer mit Polizei und Feuerwehr weiter an. In der Nacht zum Ostersonntag entzündeten Unbekannte im Stadtteil Friedrichshain ein Feuer und behinderten die Löschkräfte. Schon in den Vornächten kam es zu Zwischenfällen mit angezündeten Autos und Brandbomben. Eine zunehmende Gewaltbereitschaft der linken Berliner Szene lässt sich daraus nicht direkt ableiten: Zahlreiche internationale Autonome waren übers Wochenende in die Hauptstadt gereist, um am Anarchie-Kongress teilzunehmen. Geplanter Veranstaltungsort war die Technische Universität, welche aber kurzfristig ihre Räumlichkeiten verweigerte. Die Kongressteilnehmer tagen nun dezentral, vor allem im Kreuzberger Häuserblock "Bethanien". (dpa, mm)

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