Politik : „Extremisten isolieren“

Schily ruft Moslems in Deutschland zur Zusammenarbeit auf

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Berlin (egg). Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat im Kampf gegen den islamistischen Fundamentalismus eine „geistig-politische Auseinandersetzung“ gefordert. „Wenn wir die Oberhand haben wollen, dann werden polizeiliche Maßnahmen nicht ausreichen“, sagte Schily am Montagabend in Berlin. Außerdem könne nur so die Integration der Moslems in Deutschland gelingen.

Als wenig hilfreich bezeichnete er den Dialog mit Institutionen, die sich nicht zur Verfassung bekennen. Dieser könne von staatlicher Seite nicht unterstützt werden, sagte er. Schily rief die gemäßigten Moslems auf, ihre Stimme „vielleicht noch deutlicher als bisher“ gegen extremistische Islamisten zu erheben und aktiv mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Mit Blick auf den 11. September mahnte er, dass sich trotz der verständlichen Angstgefühle die Bundesbürger keinesfalls davon abbringen lassen dürften, zwischen radikalen und friedlichen Moslems zu unterscheiden. Nur ein Prozent der der rund 3,3 Millionen Moslems in Deutschland sei extremistisch, betonte Schily.

Für eine erfolgreiche Integration sieht der SPD-Politiker die Notwendigkeit des interreligiösen und interkulturellen Gesprächs. Er begrüßte den regen Austausch der christlichen Kirchen mit den islamischen Gemeinschaften. Zugleich betonte er, dass der Islam „per se“ eine Integration nicht verhindere.

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