Politik : Extremisten schmuggeln Plastiksprengstoff in die Türkei

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Istanbul - Der tödliche Stoff ist eine knetartige Masse, geruchlos und für Metalldetektoren oder Suchhunde nicht zu entdecken: Plastiksprengstoff vom Typ A-4 oder C-4, der mit Hilfe von Handys gezündet wird, ist die bevorzugte Waffe kurdischer Extremisten in der Türkei. Auch die in den Urlaubsorten Marmaris und Antalya gezündeten Bomben bestanden nach Presseberichten aus A-4. Woher die kurdische Rebellengruppe PKK und ihr in der Westtürkei aktiver Ableger TAK den Plastiksprengstoff haben, wurde durch eine Polizeiaktion im südostanatolischen Sirnak klar: Dort stießen Sicherheitskräfte auf 15 Raketenwerfer – und 74 Kilogramm C-4, genug für mehrere schwere Anschläge. Die Waffen und der Sprengstoff stammten aus dem nahen Irak.

Die PKK, die 1999 ihr Hauptquartier in den Nordirak verlegt hatte, profitiert derzeit beim Waffennachschub von der chaotischen Lage im Nachbarland. Türkische Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass sich die PKK einen Teil der möglicherweise mehr als 100 Tonnen Plastiksprengstoff beschafft hat, die nach der Entmachtung von Saddam Hussein verschwanden. Dass sich die PKK im Irak mit Kampfmitteln eindecken kann, lässt die Verärgerung der türkischen Politiker und Militärs über die Regierung in Bagdad und über die Besatzungsmacht USA wachsen. Ankara verlangt konkrete Schritte wie die Verhaftung hoher PKK-Funktionäre im Nordirak. Die Drohung der Türkei, notfalls selbst im Irak militäisch zu intervenieren, ist deshalb noch nicht vom Tisch. sei

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