Fachkräftemangel : Glos will osteuropäische Ingenieure schnell ins Land holen

Der deutsche Arbeitsmarkt soll nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos "baldmöglichst" für Ingenieure aus den zwölf neuen EU-Staaten geöffnet werden. Der Industrie reicht das aber noch nicht.

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Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). -Foto: ddp

Berlin"Das kann noch in diesem Jahr sein", sagte Glos im ARD-"Morgenmagazin" am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg. Er verwies darauf, dass der Fachkräftemangel insbesondere bei Maschinenbau- und Elektrotechnikingenieuren der deutschen Wirtschaft und damit den Steuerzahlern schade. Daher habe das Kabinett über die Neuregelung gesprochen, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Laufe des Tages verkündet werde.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisierte derweil die Regierungsbeschlüsse zum Abbau des Fachkräftemangels als unzureichend. Die Pläne seien zwar "kleine Schritte zur Öffnung des Arbeitsmarktes", allerdings "nicht so mutig, wie wir uns erhofft hätten", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DIHK, Achim Dercks, im RBB-Inforadio. Dercks plädierte bei der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte für ein Punktesystem nach dem Vorbild Australiens oder Kanadas. Pluspunkte gebe es dann beispielsweise, "wenn man die entsprechende Qualifikation hat, wenn man gut Deutsch kann, wenn man Berufserfahrung hat". Dies könne der richtige Schritt für eine "gesteuerte arbeitsmarktorientierte Zuwanderung" ohne Zuwanderung in die Sozialsysteme sein.

Die Bundesregierung hatte sich am Donnerstag auf ihrer Klausur in Meseberg nach Angaben aus Regierungskreisen darauf verständigt, dass ausländische Studenten mit deutschem Abschluss künftig leichter drei Jahre lang ihren Beruf in der Bundesrepublik ausüben können sollen. Außerdem soll die Arbeitsaufnahme für Ingenieure aus den osteuropäischen EU-Staaten erleichtert werden. Für den mittel- und langfristigen Bedarf an Fachkräften sollen Arbeits- und Bildungsministerium ein Konzept entwickeln. In diesem Zusammenhang soll auch über ein mögliches Punktesystem oder die Senkung der Mindestverdienstgrenze gesprochen werden. (mit ddp)

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