Fackellauf : Anti-China-Proteste in Jakarta unterbunden

Die olympische Flamme ist auf ihrer "Reise der Harmonie" in der indonesischen Hauptstadt Jakarta angekommen. Doch ehe die Fackel vor den geladenen Gästen des Spektakels herumgetragen werden kann, wendet die Polizei alle Proteste ab.

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Proteste abgewiegelt: So geht die Polizei in Jakarta mit Demonstranten um. -Foto: AFP

JakartaDie indonesische Polizei hat schon vor Beginn des olympischen Fackellaufs alle Proteste in der Hauptstadt Jakarta unterbunden. Sie nahm am Dienstag vorübergehend acht Teilnehmer, darunter einen Niederländer fest. 150 Demonstranten wollten vor Beginn des Laufs gegen Chinas Tibet-Politik protestieren. Die Polizei, die mit Wasserwerfern und Polizeihunden angerückt war, konfiszierte
Tibetfahnen und Banner mit der Aufschrift: "Keine Menschenrechte, kein Olympia."

Die olympische Flamme war in der Nacht zum Dienstag in Jakarta, der fünften Asien-Etappe, angekommen. Nach Angaben der Organisatoren durften nur 5000 geladene Gäste dem Lauf zusehen. Zu Überwachung standen rund 3000 Sicherheitskräft an der drastisch gekürzten Route. Der sieben Kilometer lange Parcours führte durch das größte Sportstadion der Stadt. Dort zogen die 80 Läufer, flankiert von den chinesischen Fackelwächtern in ihren blau-weißen Trainingsanzügen, ihre Runden.

Australierin steigt aus

Aus Protest gegen Pekings Menschenrechtspolitik im Tibet will eine australische Sozialarbeiterin nicht mehr als Fackelträgerin auftreten. Sie verzichtet auf ihre Teilnahme am Fackellauf kommenden Donnerstag durch Canberra, sagte Lin Hatfield Dodds am Dienstag. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen. Sie hoffe aber, die Botschaft werde weltweit verstanden, "dass Menschenrechte etwas bedeuten".

Im Gegensatz zu den vorherigen Stationen will Japan die Proteste nicht unterbinden. Die Regierung habe kein Problem mit den geplanten Kundgebungen, solange diese friedlich blieben, sagte Außenminister Masahiko Komura vor Journalisten in Tokio. (sgo/dpa/AFP)

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