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Fahrverbot für Lkw in Rom : FBI warnt vor Anschlägen in USA zu Weihnachten

Die US-Sicherheitsbehörden haben vor Angriffen von IS-Sympathisanten auf Kirchen gewarnt. In Rom wurde nach dem Anschlag in Berlin ein Fahrverbot für Lkw erlassen.

FBI und Heimatschutz forderen dazu auf, wachsam zu bleiben.
FBI und Heimatschutz forderen dazu auf, wachsam zu bleiben.Foto: dpa

Die US-Bundespolizei FBI und das Heimatschutzministerium haben vor Anschlägen an Weihnachten gewarnt. Unterstützer der radikalen Islamisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) könnten Menschenmengen in den USA angreifen, auch in Kirchen, sagte ein Vertreter der Strafverfolgungsbehörden am Freitag. Es gebe zwar keine konkreten Bedrohungen, hieß es in dem Schreiben des FBI an die lokalen Behörden. FBI und Heimatschutz forderten aber auf, wachsam zu bleiben.

Zuvor war eine Liste von US-Kirchen auf proislamischen Internetseiten veröffentlicht worden. Das FBI habe Kenntnis von dieser Auflistung, teilte die US-Bundespolizei mit. Der Sache würde nachgegangen und die Glaubwürdigkeit überprüft. CNN hatte zuerst über die Warnung berichtet. In dem Bulletin würden verschiedene Hinweise auf verdächtiges Verhalten aufgeführt, auf die die Polizei besonders achten solle, berichtete der Nachrichtensender.

In Italien hat die Stadt Rom nach dem Attentat von Berlin mit einem Lastwagen für die bevorstehenden Feiertage ein Verbot für alle Lkw im Stadtzentrum ausgesprochen. Die Maßnahmen gelten vom 24. bis 26. Dezember sowie vom 31. Dezember bis 6. Januar. Ausgenommen seien Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen, die wichtige Güter wie Lebensmittel und Medizin sowie Post beförderten, teilte Bürgermeisterin Virginia Raggi am Freitag mit. Die Entscheidung sei auf Grundlage von Empfehlungen der Polizei getroffen worden. Am Donnerstag hatte Raggi aus Sicherheitsgründen bereits ein Verbot von Feuerwerkskörpern erlassen.

Die französische Polizei will nach dem Anschlag in Berlin einige Weihnachtsmessen mit einem großen Sicherheitsaufgebot schützen. Das Attentat auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche habe die französischen Behörden daran erinnert, "dass neue Überprüfungen durchgeführt werden müssen, überprüft werden muss, dass alle Weihnachtsmärkte und alle Mitternachtsmessen gut geschützt sind", sagte der Generaldirektor der Nationalen Polizei, Jean-Marc Falcone, laut Vorabveröffentlichungen vom Samstag der Zeitung "Journal du Dimanche". Bei den am stärksten besuchten Weihnachtsmessen in einigen französischen Großstädten gebe es dieses Jahr "nicht nur eine Polizeipräsenz, sondern Kapazitäten für einen praktisch sofortigen Gegenschlag", kündigte Falcone an.

Hohes Sicherheitsaufgebot in Frankreich

In der nordfranzösischen Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray hatten am 26. Juli zwei 19-Jährige, die sich zum IS bekannten, während der Morgenmesse eine Kirche gestürmt. Sie ermordeten den 85-jährigen Pater Jacques Hamel vor den Augen mehrerer Gottesdienstbesucher und verletzten einen 87-Jährigen schwer. Die Polizei erschoss die beiden Täter.

Der Anschlag hatte Frankreich keine zwei Wochen nach dem Anschlag von Nizza erschüttert, bei dem ein Tunesier am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menge auf der bekannten Promenade des Anglais gerast war und 86 Menschen getötet hatte. Der IS reklamierte diesen Anschlag ebenso für sich wie nun den Anschlag in Berlin.

Falcone sagte in dem Zeitungsinterview, die Bedrohungslage in Frankreich sowie in den anderen europäischen Ländern, die sich an der internationalen Koalition gegen den IS beteiligen, sei bereits seit Monaten "sehr, sehr hoch". "Nach der schlimmen Erfahrung des Attentats von Nizza bestätigt uns die Attacke in Berlin, dass man ein zugleich aktives wie passives Sicherheitsaufgebot von hoher Intensität bei großen Ansammlungen einsetzen muss", mahnte der Polizeichef.

Zur Zusammenarbeit mit den deutschen Sicherheitsbehörden nach dem Anschlag in Berlin, bei dem am Montag zwölf Menschen getötet worden waren, sagte Falcone, französische Ermittler arbeiteten "täglich mit den deutschen und jetzt auch italienischen Diensten" zusammen. Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, der Tunesier Anis Amri, war in der Nacht zu Freitag bei einer Polizeikontrolle in einem Vorort von Mailand erschossen worden.

Nun müsse geklärt werden, ob Amri "durch unser Territorium durchreisen konnte", sagte Falcone. Nach Angaben aus französischen Ermittlungskreisen war in einer Tasche von Amri eine Bahnfahrkarte vom südostfranzösischen Chambéry über Turin nach Mailand gefunden worden. (rtr/dpa)

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