Politik : Fall Betancourt: Farc stellen Bedingungen

Caracas - Die kolumbianischen Farc- Rebellen haben eine einseitige Freilassung der von ihnen seit mehr als sechs Jahren festgehaltenen früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt als „unannehmbar“ abgelehnt. Damit erteilten sie auch der Initiative des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zur Befreiung der schwer kranken 46-Jährigen eine Absage. Die Farc erklärten am Donnerstag, dass eine Freilassung nur im Rahmen eines Gefangenenaustauschs stattfinden werde. Voraussetzung für derartige Verhandlungen mit der Regierung sei eine entmilitarisierte Zone. Diese Forderung hat der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe stets abgelehnt.

Am Donnerstag waren in Kolumbiens Hauptstadt Bogota Ärzte gelandet, die Sarkozy nach Berichten über den dramatisch verschlechterten Gesundheitszustand Betancourts losgeschickt hatte. Die Mediziner haben den Auftrag, die offenbar an Hepatitis B, Leishmaniasis-Parasiten und Malaria erkrankte 46-Jährige sowie andere kranke Geiseln zu versorgen. Kolumbiens Präsident Uribe gab grünes Licht für die humanitäre Operation in der südöstlichen Provinz Guaviare, wo Bauern die Entführte zuletzt gesehen haben wollen.

Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez bot unterdessen Frankreich Hilfe bei der Rettung Betancourts an. Er habe mit Sarkozy telefoniert und dabei seine Bereitschaft mitgeteilt, Frankreichs Präsidenten auf einer humanitären Rettungsaktion in Kolumbien persönlich zu begleiten, sagte der Linksnationalist am späten Donnerstagabend in Caracas. swe/dpa

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