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Fall Deniz Yücel : Auswärtiges Amt bittet türkischen Botschafter zum Gespräch

Der Fall Deniz Yücel belastet das deutsch-türkische Verhältnis. Außenminister Gabriel sieht die Haft für den Journalisten in der Türkei als "eine der größten Belastungsproben".

Demonstration für Deniz Yücel in Berlin
Demonstration für Deniz Yücel in BerlinFoto: AFP/John McDougall

Der türkische Botschafter in Deutschland, Kemal Aydin, ist wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt gebeten worden. Das teilte das Außenamt am Dienstag in Berlin mit.

Zunächst hatte das Amt per Twitter mitgeteilt, der Botschafter sei "einbestellt" worden. Dieser Tweet wurde aber schnell wieder gelöscht. Das Amt twitterte dann kurz darauf eine Richtigstellung.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht die deutsch-türkischen Beziehungen durch die Inhaftierung des „Welt“-Korrespondenten Yücel massiv belastet. Das Verhältnis beider Länder „steht gerade vor einer der größten Belastungsproben in der Gegenwart“, sagte er am Dienstag in Berlin

Nach 13 Tagen Polizeigewahrsam hatte ein Haftrichter in Istanbul am Montagabend Untersuchungshaft für Yücel angeordnet. Diese kann fünf Jahre dauern, bis es zur Freilassung oder zu einem Prozess kommt, in dem die Schuldfrage geklärt wird. Yücel wird Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen. (AFP, dpa)

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