Fall Ermyas M. : Ermittlungspannen ausgeschlossen

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm und der Potsdamer Polizeipräsident Bruno Küpper haben Vorwürfe über Ermittlungspannen im Fall des Übergriffs auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. zurückgewiesen.

Potsdam - Schönbohm betonte nach einer Sitzung des Innenausschusses im Landtag: "Es ist deutlich geworden, dass es keine Pannen gab." Keiner erhebe mehr diesen Vorwurf. Herr des Verfahrens sei die Staatsanwaltschaft Potsdam. Von dort habe er bislang keine Kritik am Vorgehen der Polizei gehört.

Küpper bestätigte, dass eine Beamtin der Leitstelle in der Tatnacht am Ostersonntag 2006 falsch gehandelt habe. Sie habe den Notruf einer Augenzeugin abgewiesen, die von einer bewusstlos am Boden liegenden Person gesprochen habe. Er selbst habe deshalb noch im April verfügt, dass Anzeige gegen die Beamtin wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet sowie ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde. Zudem sei die Frau versetzt worden.

"Regeln der polizeilichen Kunst"

Am Tatort seien dagegen keine Fehler gemacht worden, sagte Küpper. Dass die Spuren von einem Streifenbeamten gesichert wurden, sei richtig. Sie seien immer als erste am Tatort und müssten Spuren sichern, falls die Gefahr bestehe, dass diese verloren gehen. Diese Gefahr habe bestanden, weil es in der Osternacht geregnet habe.

Zudem habe die Polizei erst etwa zweieinhalb Stunden nach den Ereignissen von der besonderen Schwere der Verletzungen des Opfers erfahren, sagte der Polizeipräsident. Daraufhin habe die Dienstgruppenleiterin die Kriminaltechnik alarmiert. Die Spezialisten seien gegen 7.15 Uhr am Tatort gewesen. Vom Einsatz der Streifenbeamten bis hin zu den Spezialisten sei alles nach den "Regeln der polizeilichen Kunst" verlaufen. (tso/ddp)

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