Fall Kurnaz : Fromm zum zweiten Mal im BND-Ausschuss

Der BND-Untersuchungsausschuss hat erneut Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm zum Fall des früheren Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz vernommen. Dabei bekräftigte Fromm seine Aussage vom Februar dieses Jahres, wonach die Sicherheitsbehörden Kurnaz im Jahr 2002 als potenziell gefährlich eingestuft hätten.

BerlinDer Bundestagsausschuss schloss mit der Vernehmung des Behördenchefs sowie eines Beamten des Bundesnachrichtendiensts (BND) aller Voraussicht nach die Beweisaufnahme im Fall Kurnaz ab. Der in Bremen geborene Türke Kurnaz war Ende 2001 in Pakistan festgenommen und US-Soldaten in Afghanistan übergeben worden. Von dort wurde er Anfang 2002 nach Guantánamo gebracht. Erst im Sommer vergangenen Jahres kam er frei.

Der Ausschuss will in den kommenden Wochen und Monaten nun die Umstände der Verhaftung des Deutsch-Syrers Mohammed Haidar Sammar untersuchen. Sammar war im vergangenen Frühjahr in Damaskus wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Muslimbrüderschaft zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er gilt als enger Freund der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta, einen der Attentäter des 11. September 2001. Er wurde im Dezember 2001 in Casablanca festgenommen. (mit dpa)

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