Politik : Fall Potsdam: Nehm weist Vorwurf zurück

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Berlin - Generalbundesanwalt Kay Nehm hat im Fall des Überfalls auf den Deutschäthiopier Ermyas M. Vorwürfe zurückgewiesen, der wahrscheinliche Tathergang sei schon viel früher bekannt gewesen und er hätte die Ermittlungen daher schon deutlich früher an die Potsdamer Staatsanwaltschaft zurückgeben müssen. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte am Sonntag dem Tagesspiegel, „ein klares Bild des Tathergangs hat sich erst in der vergangenen Woche rekonstruieren lassen“. Wie der Tagesspiegel aus Sicherheitskreisen erfuhr, hatte mehrere Tage zuvor auch eine Begehung des Tatorts in Potsdam mit allen Zeugen stattgefunden.

Nach Informationen des „Focus“ und der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ war das jetzt von der Bundesanwaltschaft angeführte „zweiaktige Tatgeschehen“ den Ermittlern bereits früh bekannt. Laut „Focus“ stand der Tatablauf schon wenige Tage nach dem Potsdamer Vorfall im Wesentlichen fest. Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitag erklärt, dass die Ermittler nun eine zeitliche und räumliche „Zäsur“ zwischen den „nachweislich fremdenfeindlichen Äußerungen der Täter gegenüber ihrem späteren Opfer“ und dem brutalen Faustschlag sehen. Damit lasse sich ein Tötungsvorsatz nicht mehr beweisen.

Veikko Bartel, der Anwalt eines der beiden Verdächtigen, hatte dazu erklärt, dies sei „keine neue Sachlage“. Bartel hatte nach der neuerlichen Verhaftung des 29-jährigen Verdächtigen Antrag auf Haftprüfung gestellt. Ein zweiter, 30 Jahre alter Verdächtiger, ist seit vergangenem Dienstag auf freiem Fuß. Zuständig ist seit Freitag wieder die Staatsanwaltschaft Potsdam. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte den Fall abgegeben, weil der Verdacht auf versuchten Mord nicht haltbar war. fan/dpa

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