Politik : Fall Mollath: Heftige Kritik der Opposition

München - Nach der Entlassung von Gustl Mollath aus der Psychiatrie hat die Opposition in Bayern erneut Justizministerin Beate Merk (CSU) scharf angegriffen. Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Christian Ude, sagte am Mittwoch im Deutschlandfunk, Merk sei zwar als Politikerin nicht für Fehlentscheidungen der Justiz verantwortlich. Sie sei aber instinktlos mit dem Thema und taktlos mit dem Opfer umgegangen. „Sie hat Anlass gegeben, Zweifel an ihrer Kompetenz im Umgang mit so schwierigen Fällen zu zeigen“, sagte Ude. „Deswegen meine ich, dass sie zur Belastung dieser Staatsregierung geworden ist.“

Die Freien Wähler beklagten, dass Merk erst auf Druck der Öffentlichkeit ihre Haltung im Fall Mollath geändert habe. Außerdem warfen sie der Justizministerin eine Mitverantwortung für die lange Unterbringung vor.

Mollath, der nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassen worden war, ist unterdessen bei einem Schulfreund im Raum Nürnberg untergekommen. Über den genauen Aufenthaltsort wollten Mitglieder von Mollaths Unterstützerkreis zunächst keine Angaben machen. „Gustl Mollath will erst einmal Ruhe vor den Medien haben“, sagte Gerhard Dörner, einer von Mollaths engsten Freunden. Erst in den nächsten Tagen wolle er den Kontakt zur Öffentlichkeit suchen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg hatte am Dienstag überraschend angeordnet, das Strafverfahren gegen Mollath neu aufzurollen und Mollath aus der Psychiatrie zu entlassen. dpa

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