Politik : Falsch verbunden

Statistisches Jahrbuch: Weniger Familien – aber mehr Handys

Christian Gaca

Es geht voran: Deutschland wird immer mobiler. Zumindest beim Telefonieren. Die Zahl der Handys in Privathaushalten hat sich seit 1998 auf jetzt 43,3 Millionen Geräte verzehnfacht. Statistisch gesehen kommen auf 1000 Einwohner mittlerweile 718 Mobiltelefone. Diese Zahlen stellte Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes, zusammen mit dem Statistischen Jahrbuch am Dienstag vor. Trotz der rasanten Steigerung rangiert Deutschland im weltweiten Vergleich mal wieder nur im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter sind Taiwan, Luxemburg und Israel, in denen jeder Einwohner – statistisch gesehen – sogar mehr als nur ein Handy in Hand- oder Hosentasche herumträgt.

Auch in Italien und Schweden telefoniert fast die gesamte Bevölkerung mobil. Mit größter Begeisterung haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren die Haushalte der 18- bis 25-Jährigen mit Handys eingedeckt. 93 Prozent dieser Altersgruppe sind überall und jederzeit erreichbar – nahezu eine Vollversorgung also. Und die Älteren? Scheuen Rentner mobile Technik? Keineswegs. Immerhin 60 Prozent aller Haushalte der 65- bis unter 70-Jährigen besitzen ein Mobiltelefon.

Die Statistiker klären übrigens auch darüber auf, dass Haushalte mit Nachwuchs am besten mit Handys ausgerüstet sind. 90 Prozent aller Paare mit ein oder zwei Kindern haben ein Handy. Ob das partnerschaftliche Telefonverhalten ein Grund dafür sein könnte, dass Deutschland von einem „Trend zum Einpersonenhaushalt“ heimgesucht wird, ist indes ungeklärt. Klar ist nur, dass immer mehr allein Lebende mit immer weniger Familien konkurrieren. Doch damit nicht genug: Die durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt auf den Tiefpunkt von 2,1 Personen. Natürlich rein statistisch betrachtet.

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