Politik : Falsche Propheten

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Ein Militärschlag der USA gegen den Irak kann nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, den internationalen Terrorismus verstärken. „Wer mit Waffen rasselt, wird diese Welt nicht retten, sondern sie nur in tieferes Elend stürzen“, sagte Kock zum Beginn der rheinischen Landessynode in Bad Neuenahr. Ein Krieg gegen den Irak sei nicht gerechtfertigt, weil die terroristische Bedrohung nur schwer zu lokalisieren sei. Die aktuelle AntiTerror-Politik des Westens ist laut Kock in vielen Ländern Ursache für eine „verheerende Polarisierung und Militarisierung“.

Terroristen seien „immer und überall auf der Welt Verbrecher“, die ihre Religion missbrauchten, um die sozialen Zustände und die daraus entstehenden Demütigungen zu kompensieren. Unter dem Druck der diplomatischen und militärischen Offensive der USA nutzten autoritäre Regimes aber die Situation zum eigenen Machterhalt. Die USA bedienten sich „religiös-kultureller Chiffren“ wie der apokalyptischen Vorstellung von einer „Achse des Bösen“, um damit die „terroristischen Eruptionen einzuordnen und die eigenen Machtinteressen moralisch aufzuwerten“, kritisierte Kock, der als EKD-Ratsvorsitzender oberster Vertreter der deutschen Protestanten ist. In diesem „Klima des Missbrauchs der Religionen“ müssten die Kirchen in biblischer Tradition religionskritisch bleiben. dpa

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