Familienbild : Ramsauer warnt von der Leyen vor "Sozialdemokratisierung"

Die Vorschläge von Familienministerin von der Leyen zur Betreuung von Kindern treffen in der CSU auf wenig Gegenliebe. Dort sieht man vor allem die Pläne zur außerfamiliären Betreuung skeptisch.

München - CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer kritisiert die Politik von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). "Viele in der Union betrachten so manche Vorstellungen der Ministerin nicht als ihre Familienpolitik", sagte Ramsauer dem "Münchner Merkur". Der CSU-Politiker warnte vor einer "Sozialdemokratisierung" der Union.

Von der Leyen hatte gefordert, der Bund solle sich an der Schaffung von 500.000 neuen Betreuungsplätzen für Kleinkinder beteiligen. "Mit diesem Vorschlag würde die außerfamiliäre Betreuung von Kindern zum alleinigen Leitbild werden. Für die CSU ist wichtig, dass wirkliche Wahlfreiheit besteht und die häusliche Kinderbetreuung nicht diskriminiert wird", erklärte Ramsauer. Bessere Betreuungsangebote zur erleichterten Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien notwendig. "Aber die Union darf sich in dieser Frage nicht dem Vorwurf einer Sozialdemokratisierung aussetzen", sagte Ramsauer. Es gebe hier noch "erheblichen Gesprächsbedarf".

Ramsauer kritisierte auch den CDU-Politiker Friedrich Merz nach dessen Ankündigung, sich aus dem Bundestag zurückzuziehen: "Wer nur die reine Lehre vertritt und nicht kompromissfähig ist, der ist in einer Koalition auch nicht politikfähig", sagte Ramsauer über seinen CDU-Kollegen. (tso/ddp)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben