Familiennachzug : Die Hälfte aller Ehegatten scheitert an Sprachtests

Wenn im Ausland lebende Ehegatten zu ihrem Partner nach Deutschland ziehen wollen, müssen sie einen Sprachtest absolvieren. Fast die Hälfte der Teilnehmer bleibt an dieser Hürde hängen. Allerdings gibt es je nach Land ganz unterschiedliche Erfolgsquoten.

BerlinBei der gesetzlichen Sprachprüfung für nachreisende Ehegatten aus dem Ausland nach Deutschland fällt fast jeder zweite Teilnehmer durch. Das teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion am Dienstag in Berlin mit. In Russland sei die Erfolgsquote mit 71 Prozent besonders hoch, in Kasachstan dagegen mit 38 Prozent sehr niedrig.

Der zu erbringende Sprachnachweis soll einerseits den Nachzug zwangsverheirateter Ehegatten verhindern und andererseits die Integration nachreisebereiter Ehegatten fördern, erklärte die Regierung. Es werde von allen Ehegatten, die zu ihrem Partner nach Deutschland ziehen möchten, eine entsprechende sprachliche Vorbereitung gefordert.

Im dritten Quartal 2008 seien insgesamt 6670 Visa zum Ehegattennachzug beantragt worden, davon seien 111 Anträge aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse abgelehnt worden. Nach Angaben der Regierung nahmen insgesamt 27.672 Personen aus den 15 stärksten Herkunftsländern zwischen Januar und August 2008 an entsprechenden Sprachprüfungen teil. (mhz/ddp)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar