Familienplanung : Eine kleine Stiftung

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung berät vor allem Frauen und Jugendliche in Sachen Sexualität, Aids-Prävention und Familienplanung.

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Obwohl sich viele Frauen in Afrika weniger Kinder wünschen, gibt es nur wenige Organisationen, die sie dabei unterstützen. Zu ihnen zählt die 1991 gegründete Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mit Sitz in Hannover. Das Ziel ihrer Arbeit besteht darin, Menschen in Afrika einen besseren Zugang zu vor allem sexueller Aufklärung und damit verbunden zur Familienplanung zu ermöglichen. Die DSW lehnt dabei eine Zwangspolitik wie die Ein-Kind-Politik in China ausdrücklich ab.

Der Schwerpunkt der Projekte liegt traditionell auf Ostafrika, wo die Organisation über Länderbüros in Äthiopien, Kenia, Tansania und Uganda verfügt. Neben Kliniken unterstützt die DSW auch Jugend- und Ausbildungszentren, in denen junge Menschen über eine verantwortungsvolle Familienplanung informiert werden oder sich weiterbilden können, etwa wie sie Computer nutzen können. Auch an Aufklärungsprojekten, in denen es darum geht, wie eine Ansteckung mit dem HI-Virus, das Aids auslöst, vermieden werden kann, ist die Stiftung beteiligt.

Daneben wendet sich die Stiftung als Lobby auch an afrikanische Parlamentarier. Dabei geht es ihr vor allem darum, Frauen und junge Menschen rechtlich besser zu stellen. Denn die meisten afrikanischen Gesellschaften sind extrem männerdominiert und die Jugend hat kaum etwas zu sagen. Eine Voraussetzung dafür, dass sich Paare für Familienplanung entscheiden, ist eine Besserstellung der Frauen in den Beziehungen.

Das wirksamste Mittel gegen eine hohe Geburtenrate ist übrigens eine bessere Bildung vor allem der Frauen. Das ermöglicht ihnen, sich mehr Gedanken darüber zu machen, wie sie ihre Kinder gesund großziehen können. Es ermöglicht ihnen aber auch, erfolgreicher am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Wirtschaftlich erfolgreiche und gebildete Frauen haben weniger Kinder – das spüren die alternden Gesellschaften in Europa deutlich.

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