Familienplanung in Entwicklungsländern : Niederlande steuern gegen Trump

Weil der US-Präsident die Gelder für ausländische Organisation, die sich für Familienplanung einsetzen, gestrichen hat, wollen die Niederlande einen Fonds für sichere Abtreibungen gründen.

Widerstand gegen Trump gibt es in zahlreichen Ländern.
Widerstand gegen Trump gibt es in zahlreichen Ländern.Foto: imago

Die Niederlande wollen einen internationalen Fonds für sichere Schwangerschaftsabbrüche in Entwicklungsländern einrichten. Damit steuert das Land gegen einen Beschluss von US-Präsident Donald Trump, der die Zahlung von Entwicklungshilfe an ausländische Organisationen gestoppt hatte, die sich für Familienplanung und Abtreibungen in armen Ländern einsetzen. Frauen dürften kein Opfer dieser Politik werden, erklärte Entwicklungshilfe-Ministerin Lilianne Ploumen am Dienstagabend in Den Haag.

Der neue Fonds soll die Arbeit der Organisationen sichern. Frauen in Entwicklungsländern müssten Zugang zu sexueller Aufklärung, Verhütungsmitteln und wenn nötig auch sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben, erklärte die Ministerin. „Ein Verbot von Abtreibung führt nicht zu weniger Abtreibungen, sondern zu mehr unverantwortlichen Praktiken in Hinterzimmern und zu mehr Müttersterblichkeit.“ An dem Fonds sollen sich Staaten, Unternehmen und Organisationen beteiligen.

Von Trumps Beschluss betroffen ist auch der internationale Arm von „Planned Parenthood“, einer Familienplanungsorganisation, die der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA ist. Nach der nun unterzeichneten Regelung dürfen ausländische Organisationen keine Entwicklungshilfe mehr aus den USA erhalten, wenn sie Abtreibungen finanzieren oder Beratungen zur Abtreibung anbieten. Damit setzt Trump das politische Wechselspiel fort, die 1984 von Präsident Ronald Reagan verkündete sogenannte „Mexico-Politik“ nach der jeweiligen Amtsübernahme des Nachfolgers entweder in Kraft oder außer Kraft zu setzen. Barack Obama hatte 2009 wenige Tage nach seinem Amtseid wieder staatliche Mittel für solche Organisationen verfügbar gemacht. (dpa)

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