Politik : Familienpolitik: Im Zweifel für den Beruf

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Noch vor 30 Jahren waren Frauen mit Beruf keine Selbstverständlichkeit in Deutschland. Heute ist ihr Wunsch nach Berufstätigkeit viel ausgeprägter - auch mit Kind. Von 1992 bis 2000 hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit etwa 3000 Frauen befragt, wie sich ein Erziehungsurlaub auf das Berufsleben auswirkt: Im Westen werden knapp 30 Prozent der Befragten nach der Geburt des ersten Kindes nicht wieder erwerbstätig, im Osten etwa 15 Prozent. Durchschnittlich nahmen die Mütter für knapp zwei Jahre Erziehungsurlaub. Ob sie wieder in ihren Beruf zurückkehren, hängt von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Rund ein Drittel der Frauen kündigten laut IAB-Studie ihren Arbeitsplatz nach dem Erziehungsurlaub, weil Arbeitszeit und Kinderbetreuung nicht miteinander vereinbar waren. Immer mehr Frauen entschieden sich wegen unzureichender Betreuungsangebote für den Beruf und gegen Kinder. Sie wollten kontinuierlich berufstätig sein und trotzdem Kinder haben, so das IAB.

Fazit der Studie ist, dass hinreichende Kinderbetreuungseinrichtungen, familienfreundliche Arbeitszeiten und eine verstärkte Beteiligung von Vätern am Erziehungsurlaub das Arbeitskräfteangebot von Frauen erhöhen könnten: "Die Betreuung der Kinder ist der Schlüssel."

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