Familienpolitik : Von der Leyen fordert mehr Tempo bei der Betreuung

Der Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder bis zu drei Jahren kommt trotz wachsenden Bedarfs nur schleppend voran. "Es ist noch nicht genügend Dynamik in der Entwicklung", beklagte Familienministerin Ursula von der Leyen.

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Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). -Foto: dpa

Berlin Als Grund nannte von der Leyen (CDU) zusammen mit NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) vor allem die langwierige Genehmigungspraxis bei den Ländern. Die Geschwindigkeit beim Ausbau müsse sich mindestens verdoppeln, um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bis zum Jahr 2013 erreichen zu können, sagte von der Leyen. Sie kündigte auch eine massive Verstärkung der Ausbildung von Tagesmüttern an. Diese sollen ein Drittel der Tagesbetreuung von Kleinkindern übernehmen.

Dazu soll ein einheitliches Berufsbild mit gemeinsamen Qualitätsstandards bei den Anforderungen geschaffen werden. Bund, Länder und die Bundesanstalt für Arbeit (BA) planen dazu ein einheitliches Gütesiegel mit vergleichbaren Lehrplänen. Von der Leyen zufolge werden bis 2013 etwa 50.000 Erzieherinnen und 30.000 Tagesmütter zusätzlich benötigt, um den Bedarf zu decken. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, es gebe trotz Wirtschaftskrise nach wie vor viele offene Stellen für Erzieher. Gleichzeitig suchten 20.000 Kindergärtnerinnen eine Arbeit. Es gebe auf diesem Arbeitsmarkt noch zu wenig Transparenz.

Osten bei Betreuung weiter vorn

Nach dem jährlichen Bericht zum Stand des Kita-Ausbaus gab es im März 2008 nach wie vor einen großen Unterschied in der Versorgung im Osten und Westen Deutschlands. Im Westen steht für jedes achte Kleinkind ein Betreuungsplatz zur Verfügung, im Osten fast für jedes zweite. Bundesweit lag die Versorgungsquote vor einem Jahr bei 17,8 Prozent. Die genauen statistischen Zahlen zum Kita-Ausbau liegen wegen der komplizierten Ermittlung immer etwa 12 Monate zurück.

In den vergangenen Monaten ist laut von der Leyen und Laschet der Ausbau deutlich beschleunigt worden. Viele Landesbestimmungen würden jetzt erst greifen. Das "Nadelöhr" bei der Verteilung der Gelder an die Kommunen liege bei den Ländern, die die Anträge bewilligen müssen. Der Bund unterstützt das Programm mit vier Milliarden Euro. Insgesamt geben Bund, Länder und Gemeinden bis 2013 dafür zwölf Milliarden Euro aus. (küs/dpa)

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