Familienpolitik : Von der Leyen plant angeblich Kürzung beim Ehegattensplitting

Viele Ehepaaren müssen womöglich mit höheren Steuern rechnen. Familienministerin Ursula von der Leyen plant offenbar den Vorteil für Besserverdienende deutlich zu verringern, im Gegenzug aber Familien mit mehreren Kindern und mittleren Einkommen zu entlasteten.

Berlin Verlierer wären den Plänen zufolge Alleinverdiener-Ehen, aber auch viele Familien, in denen Vater und Mutter eine traditionelle Rollenverteilung haben. Entsprechende Vorschläge wolle die Ministerin im Oktober vorstellen, schrieb die "Welt".

Von der Leyen hatte bereits angekündigt, dass sie das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting weiterentwickeln werde. Dieses solle Familien mit Kindern steuerlich besserstellen als Familien ohne Kinder. Das Blatt schrieb, die Pläne des Familienministeriums sähen vor, Familien mit mehreren Kindern, deren jährliches Einkommen oberhalb von 40.000 Euro liegt, gestaffelt nach der Kinderzahl zu entlasten. Dafür wird eine deutliche Anhebung des steuerlichen Kinderfreibetrags erwogen. Auch hier seien Einschränkungen für Besserverdienende vorgesehen.

Höhere Steuern für Kinderlose

Bei einem Einkommen von mehr als 70.000 Euro würden nur noch Familien mit drei und mehr Kindern profitieren. Kinderlose Ehepaare und Familien mit hohen Haushaltseinkommen müssten nach der Reform mehr Steuern zahlen. Das sei eine Folge der geplanten Kappung beim Ehegattensplitting, bei dem das gemeinsame Einkommen zu gleichen Teilen auf beide Partner verteilt und dann besteuert wird. Das entlastet Eheleute, deren Einkommen sehr unterschiedlich sind, unabhängig davon, ob sie Kinder haben.

Bei allen Maßnahmen gehe es darum, die Berufstätigkeit von Müttern zu fördern, schrieb die Zeitung. "Es wird eine Umverteilung zwischen den Familien geben", sagte der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, dem Blatt. Der Ökonom ist Mitglied im "Kompetenzteam", das im Auftrag von der Leyens sämtliche familienbezogenen Leistungen auf den Prüfstand stellt. Hüther sagte, er rechne nicht damit, dass die Reform noch in dieser Legislaturperiode realisiert wird. (mit ddp)

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