Politik : Familientreffen in Korea: Kim Dae Jung sieht Ende des Kalten Krieges

Für das kommunistische Nordkorea gibt es nach Ansicht des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung keinen Weg zurück. Der Kalte Krieg auf der koreanischen Halbinsel gehöre endgültig der Vergangenheit an. "Die innerkoreanischen Beziehungen werden sich ständig verbessern, auch wenn es noch einige Irritationen geben sollte", sagte Kim am Donnerstag vor Wissenschaftlern in Seoul. Gleichzeitig mahnte Kim zur Geduld. Der südkoreanische Präsident war im Juni bei einem historischen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Il zusammengetroffen. Dabei wurden eine Reihe von Entspannungsmaßnahmen vereinbart.

Jeweils 100 Menschen aus Nord- und Südkorea konnten Mitte dieser Woche in den jeweils anderen Landesteil reisen, um dort zum ersten Mal seit der Trennung Koreas 1945 Familienmitglieder zu treffen. Südkoreas Minister für Wiedervereinigung, Park Jae Kyu, kündigte am Donnerstag an, die Treffen könnten künftig regelmäßig organisiert werden. Zudem werde darüber gesprochen, ein weiteres Treffen getrennter Familien noch für September zu organisieren. Außerdem wurde erwogen, die seit 1950 unterbrochene Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Hauptstädten, Seoul und Pjöngjang, wieder aufzunehmen.

Ungeachtet der Entspannung beginnt in der nächsten Woche ein gemeinsames Manöver amerikanischer und südkoreanischer Truppen. Die Übung findet jährlich statt. In diesem Jahr hat Südkorea die Anzahl der teilnehmenden Soldaten aber reduziert, um die Führung Nordkoreas nicht zu reizen.

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