Politik : Fatah streckt Hamas Hand zur Versöhnung aus

Ramallah/Tel Aviv - Die gemäßigte Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat als erste von 13 Fraktionen ein innerpalästinensisches Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Das gab Asam Ahmed, einer der Fatah-Unterhändler bei den Verhandlungen mit der radikalen Hamas-Organisation, am Mittwoch in Ramallah bekannt.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas zögert jedoch noch mit der Unterzeichnung des von Ägypten ausgearbeiteten, 25 Seiten langen Vertrages. Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte, man prüfe den ägyptischen Vorschlag noch und werde dann darauf antworten. Ägypten hat den tief zerstrittenen Palästinensergruppen eine Frist gesetzt, die am Donnerstag ausläuft.

Das Versöhnungsabkommen soll den Weg zu Präsidenten- und Parlamentswahlen in den Palästinensergebieten freimachen. Darüber hinaus soll es die Weichen für den Wiederaufbau des Gazastreifens stellen. Ein langer Machtkampf zwischen den verfeindeten Palästinensergruppen hatte im Juni 2007 seinen blutigen Höhepunkt erreicht, als die Hamas nach einem Putsch die alleinige Kontrolle im Gazastreifen übernahm. Seitdem herrschen im Westjordanland und im Gazastreifen zwei parallel agierende Regierungen, die sich gegenseitig nicht anerkennen.

Am Donnerstag läuft eine Frist aus, die Ägypten den tief verfeindeten Palästinensergruppen für eine Unterzeichnung des Vermittlungsvorschlags gesetzt hatte. Aus Hamas-Kreisen verlautete, es werde mit Zustimmung gerechnet. Bis zum 20. Oktober sollten auch die restlichen der insgesamt 13 palästinensischen Fraktionen das Papier unterzeichnen. dpa

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