Politik : FDP entlässt indiskreten Mitarbeiter

Berlin - Die FDP trennt sich von ihrem Mitarbeiter Helmut Metzner, der wegen der Weitergabe von Informationen an die US-Botschaft in Berlin in die Kritik geraten war. Das Arbeitsverhältnis sei „einvernehmlich beendet“ worden, sagte FDP- Sprecher Wulf Oehme am Donnerstag. Metzner war in der vergangenen Woche als Büroleiter von Parteichef Guido Westerwelle abgelöst worden, nachdem das Enthüllungsportal Wikileaks US-Depeschen veröffentlicht hatte, in denen von den Berichten eines aufstrebenden FDP- Politikers die Rede war. Wie sich später herausstellte, war Metzner dieser Informant. Er hatte 2009 unter anderem über den Fortgang der Koalitionsverhandlungen von Union und FDP an die US-Diplomaten berichtet, zuvor auch schon über Interna aus der FDP. In den Koalitionsverhandlungen saß Metzner als Protokollant der Liberalen.

Metzner hatte sich nach Bekanntwerden der US-Dokumente auf Wikileaks zunächst nicht offenbart. Später gab er zu, die Informationen geliefert zu haben, betonte aber, keine Geheimnisse weitergetragen zu haben. Daraufhin wurde er in der vorigen Woche von seinem Posten als Büroleiter beurlaubt. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte betont, dass der Mitarbeiter lediglich „verdichtetes Zeitungswissen“ weitergegeben habe. Bedauerlich sei aber, dass er sich nicht früher offenbart und dadurch eine größere Dramatik in die Sache gebracht habe. Zuvor hatte am Wochenende das Parteivorstandsmitglied Wolfgang Kubicki verlangt, Metzner müsse fristlos entlassen werden. Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, wertete Metzners Indiskretion als schwerwiegendes Vergehen. AFP/dpa/dapd

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