Politik : FDP-Frauen unterstützen Cornelia Pieper

Politikerinnen nennen Bericht über die Generalsekretärin „verletzend“

Hans Monath

Berlin. Nach einem „Stern“-Bericht über FDP-Generalsekretärin Cornelia Piper haben liberale Politikerinnen an die Illustrierte und andere Medien appelliert, die Privatsphäre von Politikern zu achten. Die Bundesvereinigung Liberale Frauen wirft dem Blatt vor, der Artikel sei „polemisch, persönlich, platt“. Unter dem Titel „Piep, piep, piep, ich hab euch alle lieb“ hatte der „Stern“ auch die häuslichen Lebensumstände und die Wohnungseinrichtung der FDP-Generalsekretärin ausführlich geschildert („Frau Pieper liebt es dekoriert. Und romantisch“). Der Politikerin wird unter anderem bescheinigt, sie sei „sehr unbedarft, sehr ahnungslos und manchmal auch naiv. Die nette Conny“.

Die Autoren des Artikels berichteten auch von einer Hanfplanze im Haushalt der Politikerin, die dem 18-jährigen Sohn Piepers gehört haben soll. Daraufhin veranlasste die Staatsanwaltschaft Halle eine Hausdurchsuchung und stellte auf dem Kompost im Garten eine Cannabis-Pflanze sicher. Gegen den Sohn der Generalsekretärin läuft ein Ermittlungsverfahren.

„Der Schutz der Privatsphäre von Politikerkindern muss gewahrt bleiben“, heißt es in dem Schreiben der frauenpolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Ina Lenke. Laut Lenke berichtet die Zeitschrift „in persönlich angreifend und verletzender Art und Weise“ über Pieper. Gleichzeitig bekräftigen die FDP-Frauen ihre Unterstützung für die politische Arbeit der Generalsekretärin. An das Magazin appellieren sie, „zu angemessenen Umgangsformen zwischen Journalismus und Politik“ zurückzukehren.

Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger nannte es „unanständig“, Einzelheiten über die Familie der Generalsekretärin und deren Sohn in der Öffentlichkeit preiszugeben. „Ich bin der Meinung, das ist ein Fall für den Presserat“, sagte Homburger dem Tagesspiegel.

Vor wenigen Wochen hatten die Grünen-Fraktionschefinnen Katrin Göring-Eckardt und Krista Sager in einem Leserbrief an den „Stern“ einen Artikel des Blattes über CDU-Parteichefin Angela Merkel scharf kritisiert. Das Blatt habe „die ganze Klaviatur von Vorurteilen gegen erfolgreiche Frauen aus der Mottenkiste geholt“, schrieben die Grünen-Politikerinnen.

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