FDP : Liberaler Rösler wird Minister für Wirtschaft in Niedersachsen

Walter Hirche scheidet mit 68 Jahren aus dem Amt. Der 35-jährige Philipp Rösler übernimmt.

Klaus Wallbaum
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Rösler

Hannover - Nicht alle Politiker sind zu Scherzen aufgelegt, wenn sie ihren Rücktritt ankündigen. Walter Hirche war es am Montag: „Als Student hatte ich gefordert: Die 68er haben in der Politik nichts zu suchen“, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister und fügte hinzu: „Heute handele ich entsprechend.“ Denn am 13. Februar feiert der FDP-Politiker seinen 68. Geburtstag, und dann soll Schluss sein im Regierungsamt. 14 Jahre als Minister in Niedersachsen und Brandenburg liegen hinter ihm. Man solle „aufhören, wenn es gut läuft, und nicht weglaufen, wenn es nicht läuft“, meinte Hirche.

Sein Nachfolger steht schon fest: Der 35-jährige Philipp Rösler, bisher Chef der Landtagsfraktion und der Landespartei, soll künftig das Wirtschaftsressort in Hannover leiten. Einen anderen Kandidaten als den Ziehsohn von Hirche gibt es nicht; der Wechsel galt schon länger als ausgemachte Sache. Zwar hat Rösler nicht gedrängelt, aber an der Zeit schien der Wechsel doch zu sein. „Über sechs Jahre Hoffnungsträger zu sein, das halten Sie nicht aus! In dieser Zeitspanne muss man auch Hoffnungen erfüllen“, sagte er in einem Zeitungsinterview. Rösler, in Vietnam geboren und als Baby von einem deutschen Paar adoptiert, ist Mediziner und war Sanitätsoffizier bei der Bundeswehr.

Der Termin der Ankündigung kommt wohl nicht von ungefähr: Beim Drei königstreffen der Liberalen in Stuttgart ist damit Aufmerksamkeit für Rösler garantiert. Der Jungpolitiker gehört ohnehin zu den Nachwuchstalenten der FDP, die auch bundesweit wahrgenommen werden. Auch Hirches Abschiedsworte an seine Partei dürften dadurch etwas mehr Gehör bekommen: Ihn störe, sagte er am Montag, dass einige in der FDP als sozialpolitische Umverteiler auftreten wollten und die Bedeutung einer funktionierenden Wirtschaft für den Wohlstand unterschätzten. Jungpolitiker Rösler ist bislang kaum durch wirtschaftspolitisches Profil aufgefallen. Klaus Wallbaum

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