FDP-Mann Kubicki prophezeit Merkels Abstieg : "Von jetzt an geht es für sie abwärts"

Angela Merkel triumphierte am Wahlabend - doch ihr Triumph wird nur von kurzer Dauer sein, meint der Kieler Fraktionschef der Liberalen, Wolfgang Kubicki. Die Bildung der Koalition wird ihr das Genick brechen, denn SPD und Grüne werden harte Bedingungen stellen, sagt er.

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Wolfgang Kubicki, FDP.
Wolfgang Kubicki, FDP.Foto: dpa

Der Kieler Fraktionschef der Liberalen, Wolfgang Kubicki, sieht den Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels. "Ich bin ganz sicher, dass wir den Höhepunkt der Kanzlerschaft von Angela Merkel am Wahlabend erlebt haben. Von jetzt an geht es für sie abwärts", sagte Kubicki. Egal, ob Sozialdemokraten oder Grüne, beide würden die Bedingungen für eine Koalition so hoch schrauben, dass es an der Union sein werde, zu erklären, wie man sich auf so was habe einlassen können.

"Die anderen werden nicht den Fehler machen, nur Additiv zur Union zu sein", sagt Kubicki. Er kritisierte die Haltung der Union beim Thema Steuern. "Dass Angela Merkel so schnell, ihr Versprechen bricht, keine Steuern zu erhöhen, ist atemberaubend." Das werde der Union noch auf die Füße fallen.

Gleichzeitig empfiehlt er seiner Partei mehr Offenheit in der Koalitionsfrage. "Ich rate meinen Parteifreunden, insgesamt offener zu werden", sagte er dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag". 

Kubicki, der neuer stellvertretender Parteichef werden will, hat dabei Hamburg im Blick. "Wir wollen keine neuen Koalitionsdebatten. Aber wo, wenn nicht in Hamburg – einer Stadt mit traditionell liberaler und weltoffener Prägung – kann es einen Neuanfang geben für die Überlegung, dass es außer einer Koalition mit der Union auch andere Konstellationen geben kann?", sagte Kubicki, der dabei auf die Hamburger FDP-Fraktionsvorsitzende verwies. "Katja Suding wird künftig sicher eine besondere Rolle spielen. Sie hat ja in Hamburg gezeigt, dass sie Wahlen gewinnen kann."

Gleichzeitig warnte er seine Partei davor, sich zu lange mit der Aufarbeitung des Wahldebakels zu befassen. "Wir können nicht die nächsten vier Jahre in eine mentale Klausur gehen", sagte Kubicki. Bis Ende 2013 habe man Zeit, die Geschehnisse aufzuarbeiten. Im kommenden Jahr stünden Europawahlen sowie verschiedene Kommunal- und Landtagswahlen an, da müsse die FDP wieder da sein.

"Je mehr Zeit wir uns mit der Neuaufstellung lassen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es keinen mehr interessiert", sagte Kubicki, der neuer Parteivize werden will. Es gehe um die Frage, "wie wir auf den Trümmern wieder etwas aufbauen können".

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