Politik : FDP-Parteitag: Im Bravo-Format (Kommentar)

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Wolfgang Gerhardt ist auch da. Aber nicht mehr lange. Der wieder und wieder gescholtene FDP-Parteichef wird diesen Parteitag in seinem Amt überleben. Denn die Zeit ist noch nicht ganz reif für seinen Abgang. Und für den Auftritt der personifizierten Neuorientierung der FDP - für Guido Westerwelle. Denn niemand anderes als der Generalsekretär der kleinen Partei mit den großen Zielen wird den Weg der FDP ins Zentrum des politischen Geschehens beschreiten können, den Jürgen Möllemann vorgegeben hat. Möllemann hat offensichtlich das Befinden der Deutschen im Jahr 2000 erkannt. Es ist hip, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Es ist normal, Aktien zu kaufen und an der Börse eventuell mehr Geld zu verdienen als beim Arbeitgeber. Es ist modern, die Dienste von all den Start-ups in Anspruch zu nehmen und das Internet für alle Lebenslagen zu nutzen. Und es ist völlig klar, dass die Gegenwart mobil ist und die Zukunft Spaß macht. All dies hat vor zwei Jahren nur eine Handvoll Software-Experten bewegt. Heutzutage ist dies "Bravo". Möllemann hat die ehemaligen Nischenthemen ins Zentrum der Parteiideologie gerückt. Und er bleibt in den Denkkategorien der Jungdynamischen, wenn er hohe Ziele setzt. Wie Daimler-Chrysler Chef Jürgen Schrempp setzt er mit dem "Projekt 18%" ein ehrgeiziges Renditeziel. Das ist aggressiv, machtbewusst und vital. Dafür braucht die FDP eine Führung, die eben dies ausstrahlt.

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