Politik : FDP-Politiker: McCain muss Äußerung zurücknehmen

Brüssel/Washington - Der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff hat den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten John McCain aufgefordert, die Bemerkung seines Sprechers über „kriecherische“ oder „unterwürfige“ Deutsche zurückzunehmen. McCains Sprecher Tucker Bounds hatte sich in einer US-Zeitschrift darüber mokiert, dass der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama bei seinem Deutschland-Besuch in der vorigen Woche einen geplanten Abstecher in das amerikanische Armeehospital Landstuhl abgesagt hatte. Stattdessen habe Obama vor einer Menge von „fawning Germans“ geredet, sagte Bounds mit Verweis auf die 200 000 Besucher von Obamas Auftritt an der Siegessäule.

„Fawning“ kann unterschiedlich übersetzt werden – von schmeichlerisch und anhimmelnd bis kriecherisch und unterwürfig. Lambsdorff schrieb McCain, die deutsche Öffentlichkeit und er selbst seien überrascht und bestürzt über die Äußerung. In Deutschland erwarte man, dass die USA und Europa in eine neue Phase konstruktiver transatlantischer Beziehungen träten. Daher müsse die Äußerung von Bounds „so bald und so klar wie möglich“ widerrufen werden.

Obama hat derweil zwei Ex-Mitglieder der Regierung von US-Präsident George W. Bush als Wirtschaftsberater gewonnen. Der frühere Finanzminister Paul O'Neill und der ehemalige Chef der US-Börsenaufsicht William Donaldson hätten ihre Teilnahme am Wirtschaftsbeirat von Obamas Wahlkampfteams zugesagt, teilte eine Sprecherin des Kandidaten am Montag mit. Tsp/AFP

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