Politik : FDP-Vize Pinkwart sagt Politik adieu

Düsseldorf - Der stellvertretende FDP- Bundesvorsitzende Andreas Pinkwart wird sich aus der Politik zurückziehen und zum 1. April 2011 die Leitung der Handelshochschule Leipzig übernehmen. Diese Aufgabe sei „zeitlich nicht mit herausgehobenen Parteiämtern zu vereinbaren“, begründete Pinkwart seinen Schritt am Donnerstag in Düsseldorf. Pinkwart wird auch den Vorsitz der FDP in Nordrhein-Westfalen aufgeben und sich aus dem Düsseldorfer Landtag zurückziehen. Der 50-jährige Politiker sagte, die Entscheidung über seinen Rückzug sei am Mittwochabend gefallen, nachdem die Gremien der Handelshochschule Leipzig ihn zum neuen Rektor gewählt hätten. Er habe unmittelbar danach den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle informiert, am Donnerstag die Gremien der Landes-FDP.

„Acht Jahre lang stand für mich die politische Arbeit im Vordergrund und meine wissenschaftliche Arbeit stand hintenan“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler, der im Dezember 2002 den Vorsitz der Landes-FDP von Jürgen Möllemann übernommen hatte. „Ab April werden sich meine beruflichen Prioritäten wieder umkehren.“ FDP-Chef Guido Westerwelle bedauerte das Ausscheiden von Pinkwart aus der aktiven Politik „persönlich sehr“. „Ich habe mit ihm viele Jahre als Landesvorsitzender und als stellvertretender Bundesvorsitzender hervorragend zusammengearbeitet“, erklärte Westerwelle in Berlin. Insbesondere Pinkwarts Bildungs- und Wissenschaftspolitik finde Anerkennung nicht nur bei den Liberalen. „Ich bedauere seine Entscheidung, respektiere sie und kann zugleich verstehen, dass er sich dieser spannenden neuen Aufgabe in der Wissenschaft widmen will.“

Pinkwart ist seit Mai 2003 FDP-Bundesvize. Von 2005 bis zum Antritt der rot-grünen Minderheitsregierung in Düsseldorf im Juli war er Wissenschaftsminister und Vizeregierungschef im schwarz-gelben Kabinett von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Nach der Abwahl der CDU/FDP-Regierung bei der Landtagswahl im Mai hatte sich Pinkwart im Gegensatz zum FDP-Fraktionschef Gerhard Papke frühzeitig offen gezeigt für Gespräche mit SPD und Grünen über eine mögliche Ampelkoalition. AFP

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