FDP-Vorsitz : Brüderle fordert zügige Neuwahl

FDP-Chef Phlipp Rösler steht unter Druck. Sollten die Liberalen in Niedersachsen an der 5-Prozent-Hürde scheitern, rechnen viele mit Röslers Rücktritt. Unabhängig vom Wahlergebnis muss aber eine rasche Neuwahl her, fordert nun FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle.

Rainer Brüderle könnte FDP-Chef werden, sollte Philipp Rösler zurücktreten.
Rainer Brüderle könnte FDP-Chef werden, sollte Philipp Rösler zurücktreten.Foto: dpa

Angesichts der Personalquerelen in der FDP rechnet nun auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle mit einem vorgezogenen Parteitag zur Wahl der Parteiführung. „Es hat ja keinen Sinn - wir müssen ja die ganze Führung neu wählen, das steht satzungsgemäß an -, dass man das so lange rausschiebt“, sagte Brüderle am Freitag im ARD-"Morgenmagazin“. Bislang ist der FDP-Parteitag für Mai geplant. Brüderle hält dagegen einen Termin Ende Februar oder Anfang März für möglich. „Es spricht schon einiges dafür, die Wahlentscheidung vorzuziehen“, sagte Brüderle mit Blick auf die Bundestagswahl im September.

Dass der umstrittene Parteichef Philipp Rösler am Montag nach der Niedersachsen-Wahl von seinem Amt zurücktreten wird, erwartet Brüderle nicht. Rösler übe sein Amt verantwortungsbewusst aus. „Es wird weniger spektakulär am Montag sein, als viele erwarten“, sagte Brüderle. Auf die Frage, ob er selbst als möglicher neuer FDP-Chef zur Verfügung stehe, antwortete Brüderle: „Ich stehe hinter Philipp Rösler, und über ungelegte Eier diskutiere ich nicht.“

Rösler allein zu Haus
Philipp Rösler (39): Der Wirtschaftsminister und Vizekanzler will nicht kampflos die Spitze räumen. Viele Abgeordnete und einige Landesverbände trauen ihm aber nicht mehr zu, den Wiedereinzug in den Bundestag zu sichern. Rösler hat sein politisches Schicksal mit dem Abschneiden in seiner Heimat Niedersachsen verknüpft. Scheitert die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde, dürfte er rasch zurücktreten. Bei knapp über 5 Prozent könnte er versuchen, sich in eine Teamlösung mit Fraktionschef Brüderle zu retten. Oder Rösler gibt den Vorsitz ab, bleibt aber Wirtschaftsminister.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: dpa
05.01.2013 16:07Philipp Rösler (39): Der Wirtschaftsminister und Vizekanzler will nicht kampflos die Spitze räumen. Viele Abgeordnete und einige...

In den vergangenen Wochen war wiederholt über eine Ablösung Röslers nach der Wahl in Niedersachsen am Sonntag spekuliert worden, falls die FDP dort schlecht abschneiden oder gar den Wiedereinzug in den Landtag verpassen sollte. Bundesweit liegt die Partei in Umfragen derzeit deutlich unter fünf Prozent. Forderungen nach einem vorgezogenen Parteitag zur Klärung der Führungsfrage hatte die FDP-Spitze Anfang Januar noch zurückgewiesen. (AFP)

28 Kommentare

Neuester Kommentar