Fehmarnbelt-Querung : Merkel will erst 2007 entscheiden

Bundeskanzlerin Merkel will erst 2007 eine Entscheidung über eine Brücke über den Fehmarnbelt treffen. Zuvor sollen verschiedene Konzepte geprüft werden. Dänemarks Ministerpräsident Rasmussen geht das etwas langsam.

Kopenhagen - Die Entscheidung über das umstrittene Projekt einer Fehmarnbelt-Querung ist auf Betreiben von Bundeskanzlerin Angela Merkel verschoben worden. Anders als ursprünglich vorgesehen werde die Entscheidung über den Bau einer Brücke über den Ostseearm Fehmarn nicht in diesem Jahr, sonderen frühestens Anfang des kommenden Jahres getroffen, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen in Kopenhagen. Derzeit würden verschiedene Finanzierungsmodelle für ein tragfähiges Konzept geprüft.

Rasmussen bekräftigte, er sei "bereit, eine Entscheidung zu treffen". Andererseits respektiere er jedoch den Wunsch Deutschlands nach mehr Zeit für weitere Erhebungen. "Die Entscheidung muss auf einer tragfähigen und gut durchdachten Grundlage getroffen werden", sagte er. Rasmussen betonte, die Fehmarnbelt-Querung sei ein "lohnendes Projekt, das nicht nur zur regionalen Entwicklung Dänemarks und Deutschlands beiträgt, sondern auch ganz Skandinavien mit dem europäischen Kontinent verbinden wird". Zudem habe die EU-Kommission in Aussicht gestellt, 30 Prozent der Projektkosten in Höhe von rund 3,63 Milliarden Euro zu übernehmen.

Erwogen wird eine Brücke zwischen dem deutschen Puttgarden auf Fehmarn und dem dänischen Roedby, die bis 2015 fertiggestellt werden könnte. Durch ein Mautsystem sollen die Kosten innerhalb von 25 Jahren wieder hereinkommen. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte angekündigt, eine Fehmarnbelt-Querung nicht mit öffentlichen Fördergeldern zu unterstützen. Das Land fürchtet insbesondere Einbußen für die Häfen in Wismar, Rostock und Saßnitz, in deren Modernisierung in den vergangenen Jahren Subventionen im dreistelligen Millionbereich flossen. (tso/AFP)

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