Festnahme : Deutsch-türkischer Linksterrorist stellt sich

Die Bundesanwaltschaft hat in Karlsruhe einen mutmaßlichen Funktionär einer türkischen linksterroristischen Gruppierung festnehmen lassen, nachdem dieser sich gestellt hatte. Es handele sich um einen 35-jährigen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit, hieß es.

Der Beschuldigte Sinan B. sei dringend verdächtig, sich wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung innerhalb des Führungszirkels der linksextremistischen DHKP-C strafbar gemacht zu haben. Zudem werde ihm versuchte Brandstiftung in zwei Fällen und Verabredung zum Totschlag vorgeworfen.

Der 35-Jährige, nach dem seit Jahren im In- und Ausland gefahndet wurde, hatte sich gestellt. Er wurde am 15. Dezember festgenommen und am selben Tag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Dieser setzte den Haftbefehl auf Antrag der Bundesanwaltschaft gegen Auflagen außer Vollzug.

Sinan B. wird vorgeworfen, von August 1997 bis Februar 1999 der Führungsgruppe der DHKP-C in Deutschland angehört zu haben - und zwar als Funktionär in Duisburg. Er soll sich an zwei Brandanschlägen auf türkische Banken in Duisburg am 21. März 1995 und in Köln am 14. April 1995 beteiligt haben. Zudem soll er 1997 Mitglied eines Kommandos gewesen sein, das in Hamburg „Feinde“ der DHKP-C aufspüren und töten sollte. (ddp)

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