Festnahme von Jabr Albakr : Angela Merkel dankt Syrern in Leipzig für Hilfe

Nach der Festnahme des Terrorverdächtigen Jabr Albakr in Leipzig fordern Unionspolitiker eine engere Zusammenarbeit der Sicherheits- und Asyl-Behörden.

Angela Merkel hat sich in einer Erklärung ausdrücklich für die Hilfe der Syrer bei der Festnahme von Jabr Albakr bedankt.
Angela Merkel hat sich in einer Erklärung ausdrücklich für die Hilfe der Syrer bei der Festnahme von Jabr Albakr bedankt.Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch

Die Anschlagspläne von Chemnitz haben eine neue Sicherheitsdebatte in Deutschland entfacht. Mehrere Unionspolitiker forderten nach der Festnahme eines 22-jährigen Terrorverdächtigen, der als Flüchtling nach Deutschland kam, eine engere Zusammenarbeit zwischen Geheimdiensten und Asyl-Behörden. Die verantwortlichen Innenpolitiker lobten die Arbeit der Sicherheitsbehörden, die vermutlich einen geplanten schweren Anschlag verhindert haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) bedankten sich unterdessen ausdrücklich bei den Syrern, die maßgeblich zur Festnahme beigetragen hätten.

Der Syrer Jabr Albakr, nach dem die Polizei das ganze Wochenende nach einem missglückten Einsatz in Chemnitz gefahndet hatte, wurde am Montagmorgen in Leipzig festgenommen. In der Chemnitzer Wohnung, in der er zuletzt unterkam, wurden nach Angaben des Generalbundesanwalts 1,5 Kilogramm Sprengstoff gefunden. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts handelte es sich um den extrem explosiven Stoff TATP, der auch bei den Terroranschlägen in Paris und Brüssel zum Einsatz kam.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Jabr Albakr ein Attentat vorbereitet hat. Ziel soll nach Tagesspiegel-Informationen einer der Berliner Flughäfen gewesen sein. Wahrscheinlich sei Albakr im Auftrag der Terrormiliz IS aktiv geworden.

„Die Vorbereitungen in Chemnitz ähneln nach allem, was wir heute wissen, den Vorbereitungen zu den Anschlägen in Paris und Brüssel“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Der Präsident des Landeskriminalamts Sachsen, Jörg Michaelis, sagte, Vorgehensweise und Verhalten des Verdächtigen sprächen für einen „IS-Kontext“. Bereits am Wochenende wurde auch der 33-jährige Khalil A. wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat festgenommen. Er ist Mieter der Wohnung, in der die Polizei den Sprengstoff fand.

Um Gefährdungen auch künftig zu vermeiden, forderten Unionspolitiker einen besseren Informationsaustausch der Behörden. Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer sagte im Sender n-tv, es sei ein Defizit, dass bei Anhörungen von Flüchtlingen bislang zu wenig der Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst hinzugezogen würden. Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer beklagte im MDR-Hörfunk, die beiden Geheimdienste hätten derzeit keinen Zugriff auf die Kerndatei, in der seit diesem Jahr Angaben registrierter Flüchtlinge gespeichert sind. De Maizière hat unterdessen weitere Pläne für verschärfte Abschieberegelungen für sogenannte Gefährder auf den Weg gebracht. Sein Sprecher teilte am Montag mit, ein entsprechender Gesetzentwurf sei am Freitag vergangener Woche in die Ressortabstimmung gegangen.

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Terrorverdächtiger Jaber A. soll Verbindungen zum IS haben
Terrorverdächtiger Jaber A. soll Verbindungen zum IS haben

Angesichts der Tatsache, dass der Tatverdächtige als anerkannter Flüchtling in Deutschland lebte, warnte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge.

Wie das Landeskriminalamt bestätigte, waren es Syrer, die den Mann in ihrer Wohnung in Leipzig überwältigten und festsetzten, als sie wussten, um wen es sich handelt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bedankte sich über eine Erklärung der stellvertretenden Regierungssprecherin Ulrike Demmer bei den Syrern, die maßgeblich zur Festnahme beigetragen hätten. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) äußerte seinen ausdrücklichen Dank. Um die Hinweisgeber zu schützen, wurden weitere Angaben über die drei Landsleute des Festgenommenen nicht bekanntgegeben. (epd)

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