Politik : Festnahmen bei Straßenkrawallen in Kopenhagen

Kopenhagen - Bei Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei sind in Kopenhagen in der Nacht zum Sonntag mehr als 60 Demonstranten festgenommen worden. An den Auseinandersetzungen im Szeneviertel Nörrebro der dänischen Hauptstadt waren laut Polizei bis zu tausend Jugendliche beteiligt. „Sie begannen, Barrikaden zu errichten und Feuer zu entzünden“, sagte ein Polizeisprecher. „Schaufensterscheiben wurden eingeworfen, und aus den Läden wurde alles geraubt, womit sie die Feuer weiter anfachen konnten.“ Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Jugendlichen wollten mit ihrer Aktion an die umstrittene Räumung eines Jugendhauses in Nörrebro vor sechs Monaten erinnern.

Einem Polizeisprecher zufolge waren die Jugendlichen in Erinnerung an die Räumung des „Ungdomhuset“ vor sechs Monaten zunächst friedlich durch Nörrebro gezogen, später eskalierte der Protest. Das „Ungdomhuset“ war 25 Jahre lang von der Stadt der vor allem aus Studenten und vielen Immigranten bestehenden Bevölkerung von Nörrebro überlassen worden. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der Zentren dänischer „Untergrundkunst“, wurde dann aber auf einmal verkauft. Die neuen Besitzer ließen das „Ungdomhuset“ im März räumen, woraufhin schon damals heftige Krawalle folgten. AFP

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