Politik : Feuer in der Kantine des UN-Tribunals

Die Arbeit beim UN-Tribunal in Den Haag ist am Dienstag durch einen Brand in der Personalkantine für Stunden unterbrochen worden. Bei dem Feuer wurde nach Angaben der Feuerwehr niemand verletzt. Die für den Vormittag eingeplante Sitzung im Kriegsverbrecherprozess gegen den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic fiel aus. Auch die Sitzungen in vier weiteren Verfahren wurden abgesagt.

Das Feuer war durch überhitztes Öl in einer Frittierpfanne in der Küche im zweiten Stockwerk des Gebäudes verursacht worden. Die Feuerwehr löschte die Flammen rasch, aber weil Rauch in das Ventilationssystem des Tribunals geriet, wurde das Gebäude geräumt. Die 700 Mitarbeiter des Gerichtshofs für das frühere Jugoslawien, Anwälte und Journalisten, hielten sich bis zum späten Vormittag im benachbarten Niederländischen Kongresszentrum auf. Dann konnten sie in ihre Büros zurückkehren. Der in der Küche angerichtete Schaden betrug nach Schätzung der Feuerwehr mehr als 100 000 Euro. Milosevic war bereits im Gebäude, als der Brandalarm ausgelöst wurde. Er wurde nach Angaben eines Anwalts sofort in das Untersuchungsgefängnis in Scheveningen zurückgebracht. Von dort begleitet ihn täglich eine Sicherheits-Eskorte auf der vier Kilometer langen Strecke zum Gericht. Milosevic steht seit drei Wochen unter der Anklage von Verbrechen im Kosovo sowie in Kroatien und in Bosnien vor Gericht.

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