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Feuertod von Oury Jalloh : Polizist nach Tod von Asylbewerber zu Geldstrafe verurteilt

Vor knapp acht Jahren starb der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Er habe sich selbst angezündet, sagte die Polizei. Aber wie sollte das gehen, gefesselt, ohne Feuerzeug, fragten andere. Nun wurde ein Beamter der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden.

Die Trauer um Oury Jalloh hält an.
Die Trauer um Oury Jalloh hält an.Foto: dapd

Im Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh ist der angeklagte Polizist zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg sprach den Angeklagten am Donnerstag der fahrlässigen Tötung schuldig. Der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Asylbewerber war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gestorben. Er soll dort eigenhändig mit einem Feuerzeug eine Matratze entzündet haben, obwohl er an Händen und Füßen gefesselt war.

Mit dem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die auf eine Geldstrafe von 6300 Euro für den angeklagten Polizisten Andreas S. plädiert hatte. Laut Anklage soll der ehemalige Dienstgruppenleiter des Polizeireviers nicht schnell genug auf den Feueralarm reagiert haben. Die Nebenklage, die die Familie Jallohs vertritt, hatte eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

In einem ersten Verfahren war Andreas S. vom Landgericht Dessau 2008 freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch aber wegen erheblicher Lücken in der Beweiskette wieder auf, weshalb der Prozess noch einmal neu aufgerollt werden musste. (AFP)

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