• Fidschi-Inseln: Militär isoliert Putschisten - Geiselnehmer lassen Ultimatum verstreichen - Reporter festgehalten

Politik : Fidschi-Inseln: Militär isoliert Putschisten - Geiselnehmer lassen Ultimatum verstreichen - Reporter festgehalten

Auf den Fidschi-Inseln hat das Militär am Donnerstag damit begonnen, das von Putschisten besetzte Parlamentsgebäude abzuriegeln. Die Maßnahme diene zur Sicherheit der Zivilisten und solle neuerliche Geiselnahmen verhindern, sagte ein Armeesprecher. Er machte keine Angaben, ob der Abriegelung ein militärisches Eingreifen folgen sollte. Putschistenführer George Speight warnte daraufhin, das Vorgehen der Armee gefährde das Leben der 27 Parlamentarier, die die Aufständischen seit sechs Wochen in ihrer Gewalt halten. Die Putschisten setzten am Donnerstag zudem neun ausländische Journalisten im Parlamentsgebäude fest. "Wir können euch nicht empfehlen zu gehen, außerhalb des Gebäudes ist die Lage unsicher", sagte Speight den Reportern. Die Wachen hätten Anweisung erhalten, niemanden durchzulassen.

Der Geschäftsmann Speight und eine Gruppe von Anhängern hatten das Parlament in der Hauptstadt Suva am 19. Mai gestürmt und den indischstämmigen Regierungschef Mahendra Chaudhry sowie Minister und Abgeordnete als Geiseln genommen. Wegen des Putschversuchs riss wenige Tage später das Militär die Macht an sich. Am Mittwoch kündigten sie an, das Land zwei Jahre allein zu regieren, nachdem ein Ultimatum an die Geiselnehmer zur Bildung einer zivilen Übergangsregierung ebenfalls am Mittwoch verstrichen war.

Die Putschisten verlangen eine neue Verfassung, in der den Fidschi-Ureinwohnern die Macht zugesichert werden soll. In dem östlich von Australien gelegenen Inselstaat stellen die Ureinwohner knapp die Mehrheit der Bevölkerung. Etwa 43 Prozent der Einwohner sind Nachfahren von Indern, die von der früheren Kolonialmacht Großbritannien Ende des 19. Jahrhunderts ins Land geholt wurden.

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