Finanzkrise : Demonstranten wollen Geld zurück

Dass ihr Finanzinstitut pleite ist, wollen 100 deutsche Anleger der isländischen Kaupthing-Bank nicht hinnehmen. Vor dem Bundesfinanzministerium forderten sie heute in einer Demonstration ihr Geld zurück.

Berlin"30.000 Kaupthing-Sparer wollen ihr Geld zurück", lautete der etwas sperrige Slogan eines Protestzugs, der sich am heutigen Vormittag vom Bundesfinanzministerium über das Bundeskanzleramt bis zum Deutschen Bundestag schlängelte. Rund 100 Kunden der isländischen Kaupthing-Bank forderten vom Bundesfinanzministers Peer Steinbrück und der Bundesregierung mehr Einsatz bei der Rettung ihrer Vermögen.

Seit mehr als fünf Monaten müssen die deutschen Kunden auf die Freigabe ihrer Geldeinlagen warten. Vor der Finanzkrise war die Kaupthing-Bank die größte aller isländischen Kreditinstitute, bis sie als Folge agressiver Kreditvergaben zusammenbrach. In Deutschland hatte die Bank mit besonders hohen Zinsen gelockt. 

Zuletzt gab es Mitte Febraur Irritationen darüber, ob deutsche Kunden überhaupt ihr Geld zurück erhalten - und von wem. So bekräftigte der Abwicklungs-Ausschuss der Kaupthing-Bank wiederholt, zu seinen Verpflichtungen zu stehen und die Einlagen komplett zurückzahlen zu wollen. Ein Zeitpunkt allerdings wurde nicht genannt. Gleichzeitig sprach sich der isländische Staatspräsident Ólafur Grímsson dagegen aus, die Einlagen ausländischer Sparer zurückzuzahlen, und verwies auf das Schicksal der isländischen Bevölkerung. Die 300.000 Einwohner des Landes sind von der Finanzkrise besonders hart getroffen worden, drei Großbanken mussten verstaatlicht werden. (mm, dpa)

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