Finanzkrise : G20-Gruppe wird zu Weltfinanzgipfel eingeladen

Der Termin des Weltfinanzgipfels steht: Am 15. November werden die 20 größten Industriestaaten in Washington zusammentreffen. Themen des Treffens sind die Ursachen der weltweiten Finanzmarktkrise und mögliche Reformen, mit denen sich die Finanzmärkte besser überwachen lassen.

Sarkozy und Bush
Sind sich einig über die Notwendigkeit eines Weltfinanzgipfels: Nicolas Sarkozy und George W. Bush. -Foto: dpa

WashingtonDer geplante Weltfinanzgipfel wird nach Angaben des Weißen Hauses am 15. November in Washington stattfinden. An dem Treffen sollten die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) teilnehmen, sagte die Sprecherin von US-Präsident George W. Bush, Dana Perino. Bush wollte demnach noch am Mittwoch zu dem Spitzentreffen in der US-Hauptstadt einladen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy begrüßte die Ankündigung: "Diesem ersten Gipfel werden andere folgen, um das internationale Finanzsystem neu zu gründen", betonte der Élyséepalast. Bush, Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatten kürzlich mehrere internationale Gipfel zum Kampf gegen die Finanzkrise vorgeschlagen. Ein Termin für das Auftakttreffen stand jedoch bislang noch nicht fest.

Bei dem Gipfel sollten die Ursachen der Finanzkrise ebenso beraten werden wie Fortschritte bei ihrer Bekämpfung und Maßnahmen gegen eine Wiederholung, kündigte Perino an. Die Teilnehmer sollten sich auch auf Grundsätze zu einer Reform der Regelwerke des Finanzsektors verständigen. Aus US-Regierungskreisen verlautete zudem, die Gipfelteilnehmer wollten Arbeitsgruppen einsetzen, die Vorschläge für den Kampf gegen die Krise machen und diese dann bei späteren Spitzentreffen vorstellen sollen. Dem Finanzgipfel werde am Vorabend ein Dinner im Weißen Haus vorangehen, sagte Perino.

Noch unklar, ob der neue Präsident teilnimmt

Perino ließ offen, ob auch Bushs Nachfolger schon an dem Treffen teilnehmen würde. Die derzeitige Regierung werde an dessen Ansichten nach der Wahl interessiert sein, sagte Perino lediglich. Am 4. November wird in den USA ein neuer Präsident gewählt, der sein Amt allerdings erst im Januar 2009 antritt.

Der G-20 gehören neben den sieben führenden Industrienationen (G-7) - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA - auch Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland, die Türkei, Saudi-Arabien, Südafrika und Südkorea sowie die Europäische Union an. Die EU wird dabei von der jeweiligen Ratspräsidentschaft vertreten, die noch bis Jahresende Frankreich innehat. Zusammen machen die G-20 rund 85 Prozent der Weltwirtschaft aus. (sgo/AFP/dpa)

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