Finanzkrise : Gewerkschaften loben den Konjunktur-Gipfel

"Das war schon ganz ordentlich." So viel Lob hört man selten von Verdi-Chef Frank Bsirske. Und das am Morgen nach dem Konjunktur-Spitzentreffen von Bundesregierung und deutschen Großkonzernen.

Frank Bsirske
Zufrieden mit denen da oben. Verdi-Chef Frank Bsirske. -Foto: dpa

BerlinDie Gewerkschaften haben den geplanten Verzicht großer Konzerne auf Entlassungen im kommenden Jahr begrüßt. Das Spitzentreffen im Kanzleramt am Sonntagabend sei konstruktiv verlaufen, sagte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, am Montag im Deutschlandradio Kultur. "Das war schon ganz ordentlich." Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung zu raschem Handeln auf, da sonst die Zahl der Arbeitslosen um bis zu einer Million anzusteigen drohe.

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber sagte im ZDF-"Morgenmagazin", es müsse ein größeres Konjunkturpaket als bisher vorgeschlagen auf den Weg gebracht werden. "Ich habe den Eindruck gehabt beim Krisengipfel gestern, dass allen, die das entscheiden, klar war, dass mehr in Infrastruktur, in Bildung, in Ökologie investiert werden muss. 2009 darf kein Jahr der Entlassungen werden", so Huber. Die Leute hätten den Aufschwung  erwirtschaftet, "sie darf man jetzt nicht von einem Tag auf den anderen rausschmeißen". Huber schlug dagegen Kurzarbeit und einen "Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag" als Möglichkeiten vor, um auf die Wirtschaftskrise zu reagieren.

Bei dem siebenstündigen Treffen in Berlin hatten große deutsche Konzerne angesichts der Wirtschaftskrise in Aussicht gestellt, im kommenden Jahr keine Beschäftigten betriebsbedingt zu entlassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) betonten, Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssten an einem Strang ziehen. (mpr/dpa/AFP)

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