Finanzkrise : Steinmeier fordert schnelle Hilfe für Pakistan

Pakistan steht vor dem Staatsbankrott - und hat im deutschen Außenminister einen Fürsprecher gefunden: Steinmeier fordert schnelles Handeln des IWF und verspricht auch zusätzliche Mittel aus Deutschland. Bei konkreten Summen hält er sich aber zurück.

Steinmeier
Außenminister Steinmeier -Foto: ddp

IslamabadBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die internationale Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, Pakistan schnell bei der Bewältigung der Folgen der internationalen Finanzkrise zu helfen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sei gefordert. "Helfen wird nur ein Kredit, der in den nächsten sechs Tagen zustande kommt", sagte Steinmeier am Dienstag in Islamabad. Dort war er mit Präsident Asif Ali Zardari und Außenminister Shah Mehmood Qureshi zusammengetroffen.

Steinmeier hatte sich zuvor bei der pakistanischen Führung über die sich zuspitzende Finanzkrise in dem zweitgrößten islamischen Land informiert. Die Atommacht Pakistan steht nach Regierungsangaben in Kürze vor der Zahlungsunfähigkeit, falls keine Finanzhilfe aus dem Ausland kommt.

Steinmeier kritisiert die USA

Gleichzeitig sagte Steinmeier Pakistan eine "deutliche Erhöhung" der deutschen Hilfe insbesondere für Bildungs- und Energieprojekte zu. Konkrete Summen nannte er nicht. Sein pakistanischer Amtskollege Shah Mehmood Qureshi forderte einen besseren Marktzugang für pakistanische Produkte in der Europäischen Union. Insbesondere Strafzölle auf Textilprodukte müssten zurückgenommen werden.

Weiteres Thema bei Steinmeiers Gesprächen war die Sicherheitslage in Pakistan, deren Regierung sich als enger Verbündeter des Westens im Kampf gegen islamistische Terroristen präsentiert. Der deutsche Außenminister kritisierte US-Angriffe im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Solche Operationen ohne Wissen der pakistanischen Regierung seien “kontraproduktiv“. Nach seinen Gesprächen in Islamabad flog Steinmeier nach Saudi-Arabien weiter. Dort sind Treffen mit dem saudischen König Abdullah und Regierungsvertretern geplant. (sf/dpa/AFP)

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