Finanzkrise : Tausende Isländer fordern Rücktritt der Regierung

Die von der Finanzkrise besonders hart getroffenen Isländer haben in Reykjavik zu Tausenden die Ablösung der Regierung gefordert, die sie für die schlechte Wirtschaftslage verantwortlich machen.

Iceland
Die Protest-Kundgebung in Reykjavik. -Foto: AFP

ReykjavikUngeachtet der eisigen Temperaturen sind am Samstag erneut tausende Isländer aus Protest gegen ihre Regierung auf die Straße gegangen. Rund 4500 Demonstranten in Reykjavik forderten Neuwahlen und ein "neues Island", wie es auf Plakaten hieß. "Raus mit dem Müll" hieß es zudem an die Adresse der Regierung von Ministerpräsident Geir Haarde. Die Demonstranten machen die Regierung für die desaströse Wirtschaftslage des Landes infolge der weltweiten Finanzkrise verantwortlich. Laut einer aktuellen Umfrage sind mittlerweile 70 Prozent der Bürger für vorgezogene Neuwahlen. In der vergangenen Woche hatten aufgebrachte Demonstranten eine Polizeistation gestürmt.

Islands einst blühender Bankensektor war unter dem Druck der Kreditkrise zusammengebrochen, drei wichtige Banken konnten nur durch Verstaatlichung vor der Pleite gerettet werden. Ein Staatsbankrott Islands wurde durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der skandinavischen Länder abgewendet. Durch die Krise sind jedoch massenhaft Stellen abgebaut worden, die Inflationsrate erreichte im November den Rekordstand von 17,1 Prozent. (jvo/AFP)

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