Finanzmarktkrise : Merkel: Verantwortung liegt bei den USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die USA mehr als alle anderen Länder in der Pflicht, die Finanzmarktkrise zu bewältigen. Darüber hinaus forderte sie mehr internationale Regeln. So müssten die Bonus-Zahlungen für kurzfristige Erfolge an Manager überdacht werden.

PassauBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht bei der Lösung der Finanzmarktkrise insbesondere die USA in der Pflicht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien in den USA am gravierendsten. "Dort liegt deshalb auch die Hauptverantwortung für die Bewältigung der Krise", sagte Merkel der "Passauer Neuen Presse".

Die Kanzlerin forderte Konsequenzen, die über die bisherigen Maßnahmen hinausgehen müssten. "Es kommt jetzt darauf an, die
richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen", sagte Merkel. Es seien internationale Regeln für mehr Transparenz und eine bessere
Regulierung erforderlich. "Meines Erachtens müssen wir aber mit Augenmaß über die derzeit diskutierten Maßnahmen hinausgehen." So
sollten auch die oftmals an kurzfristige Erfolge gekoppelten Bonus-Zahlungen an Finanzmanager thematisiert werden.

Merkel betonte, dass Deutschland sich von der internationalen Entwicklung zwar nicht abkoppeln könne. Die wirtschaftlichen
Voraussetzungen seien aber gut. Die Arbeitslosigkeit liege auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Mit der Sanierung der öffentlichen
Haushalte, der Rente mit 67 oder der Senkung der Lohnzusatzkosten seien die Weichen gestellt, damit die deutsche Wirtschaft auch in
Zukunft wachsen könne, erklärte die Kanzlerin. (rik/dpa)


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