Politik : Finger weg von der Politik!

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Nur fünf Prozent der Deutschen – so entnehmen wir einer frisch veröffentlichen Umfrage – halten Angela Merkel für glücklich. Fünf Prozent! Und das, obwohl sie einen Posten mit Einfluss besitzt, den sie selbst angestrebt hat wie nichts sonst auf der Welt. Obwohl Dienstwagen und -flugzeuge sie gratis in jeden gewünschten Winkel der Welt bringen. Obwohl Udo Walz ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit persönlich die Haare richtet, also bitte.

Offenbar glauben wir Deutschen, dass Politik der große Unglücklichmacher ist. Denn auch Ministerin Ursula von der Leyen gilt nur jedem Zehnten als glücklich, und das, obwohl sie über eine riesige Familie, reichlich Geld und vielfältige Interessen verfügt und gern Verantwortung übernimmt – Dinge, die der Umfrage zufolge pures Glück versprechen; Ursula von der Leyen verkörpert es. (Schon gut, zwei Kinder weniger wären eventuell noch besser, keiner ist perfekt.) Dennoch nur zehn Prozent? Offenbar finden wir einen hohen Job in der Politik ähnlich deprimierend wie eine eklige, schmerzhafte, chronische Krankheit.

Wer sind die angeblich glücklichsten Deutschen? Die üblichen Verdächtigen. Michael Schumacher, Steffi Graf, Günther Jauch. Dabei sind die beiden Erstplatzierten sogar längst daran gehindert, ihren erlernten Beruf auszuüben, und Günther Jauch ist von der ARD kürzlich so grob abgeschmettert worden, dass er immer noch weinend zu Hause liegen müsste. Tut er aber nicht: Das Einzige, was ihm wirklich zusetzen würde, wäre, dass der Himmel einstürzt oder die Millionenfragen ausgehen.

Das passt alles nicht recht zusammen, aber es werden Tendenzen sichtbar. Glück in den Augen der Deutschen bedeutet: Finger weg von der Politik, extrem früh mit viel Geld und attraktivem Partner in Rente gehen und Deutschland dann so schnell wie möglich verlassen, Schweiz, USA, Potsdam, egal.

Warten wir ab. Demnächst geht Edmund Stoiber in Pension, einer, den gegenwärtig niemand für glücklich halten würde. Er wird dann nur noch Blumen hinrichten und seine Kompetenzkompetenz darauf richten, Erfüllung in den kleinen Dingen des Lebens zu finden. Und wir werden sagen: Er ist der glücklichste Deutsche. Dafür kann er sogar in Wolfratshausen wohnen bleiben.

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